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Nach Camerons Rücktritt: Die Queen ernennt Theresa May zur neuen britischen Premierministerin

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QUEEN MAY
Theresa May ist von Königin Elizabeth II. zur neuen britischen Premierministerin ernannt worden. | dpa
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  • Theresa May ist von Königin Elizabeth II. zur neuen britischen Premierministerin ernannt worden
  • Kurz zuvor hatte ihr Amtsvorgänger David Cameron der Queen seinen Rücktritt erklärt
  • Auf May kommen nach dem Brexit-Entscheid schwere Aufgaben zu

Mit großem Ehrgeiz und Hartnäckigkeit hat Theresa May ihr Ziel verfolgt: Als Premierministerin hat sie es endlich bis an die Spitze der britischen Regierung geschafft. "Eiserne Lady im Wartestand" - so hat der "Independent" sie noch vor zwei Jahren beschrieben. Das Warten hat für die 59-Jährige jetzt eine Ende.

Die konservative Politikerin Theresa May ist am Mittwoch von Königin Elizabeth II. zur neuen britischen Premierministerin ernannt worden. Das berichtete die britische Agentur PA. May traf die Queen am Mittwochabend im Buckingham-Palast.

Kurz zuvor hatte ihr Amtsvorgänger David Cameron der Queen seinen Rücktritt erklärt. Zunächst wollte er erst im September abtreten. Das Machtvakuum wirkte sich negativ auf die Märkte und das Land aus, weshalb Cameron sich nun doch schon zu einem früheren Rückzug entschied.

Zugleich Pro-EU und EU-kritisch

Die Regierung bleibt mit May weiterhin in den Händen der Konservativen. Cameron gibt sein Amt nach der schweren Niederlage beim Brexit-Referendum vom 23. Juni auf. 52 Prozent der Wähler hatten sich für Austritt aus der EU entschieden.

May hat Erfahrung, sie sitzt bereits seit sechs Jahren im Kabinett von Cameron. Die 59-Jährige war seit 2010 Innenministerin und hatte schwierige Themen zu verantworten: Einwanderung, Terrorabwehr, Überwachung, Polizei, Kindesmissbrauch. Kaum jemand hielt sich zuvor so lange auf diesem Posten.

Sie ist außerdem nicht vollständig in einer der Extrempositionen "Leave" oder "Stay" aufgegangen. Im Anlauf zum Brexit-Referendum schlug sie sich zwar auf die Seite von Camerons Pro-EU-Lager, blieb aber zugleich EU-kritisch und hielt sich aus den Querelen weitgehend raus.

Nun muss sie den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union vollziehen. Sie ist eine Konsens-Kandidatin, die das Land wohl um keinen Preis von der politischen Landkarte Europas radieren will.

Mammutaufgabe Brexit

Als Premierministerin kommen nun schwere Aufgaben auf sie zu. Brexit, Migration, lahme Konjunktur - seit langem gab es nicht so große Probleme.

Sie muss in Brüssel den Austritt aus der EU verhandeln. Außerdem gilt es, negative Folgen die Wirtschaft durch das Brexit-Votum zu mildern. May ist die zweite Frau an der Regierungsspitze nach Margaret Thatcher.

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(lk)