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Hype um Pokémon Go: Warum jetzt haufenweise Südkoreaner dringend nach Norden wollen

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MOBILE PHONE SOUTH KOREA
Warum jetzt haufenweise Südkoreaner dringend nach Norden wollen | Angelo DeSantis via Getty Images
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Pokémon-Go-Fans in Südkorea haben ein Monsterproblem: Sie können in ihrer Heimat keine Pokémon jagen. Südkorea ist in der Pokémon-Go-Welt so etwas wie ein gigantischer weißer Fleck.

Die Regierung hat die Dienste von Google Maps weitgehend geblockt, aus Sicherheitsgründen. Südkorea befindet sich mit Nordkorea offiziell noch immer im Kriegszustand. Proteste von Google haben an der Sperre bislang nichts geändert - obwohl Südkoreaner als Technikfreaks gelten.

Und damit funktioniert das Augmented-Reality-Spiel nicht mehr. Die Spieler laufen mit ihren Smartphones und aktivierter GPS-Ortung in der Gegend herum. Auf der Karte wird ihnen angezeigt, wo sich Pokémon verstecken.

Sokcho, die südkoreanische Stadt, die als nordkoreanisch eingestuft wurde

Wie Kollegen der Huffington Post Korea berichten, gibt es allerdings eine Ausnahme: die Stadt Sokcho.

Die Zeitung "Korea Times“ erklärt die Sache so: Pokémon Go baut auf einem älteren Spiel des Entwicklers Niantic Labs auf, Ingress. Dafür wurde die Karte demnach in Rauten eingeteilt - und der Nordosten Südkoreas sei da Nordkorea klassifiziert worden. Dort gilt die Sperre Südkoreas natürlich nicht.

Sokcho nutzt die Situation offenbar geschickt. Medienberichten nach veröffentlichte die Stadt eine Karte mit öffentlichen Wi-Fi-Spots, um die Spieler zu unterstützen.

Run von Pokémon-Go-Spielern auf Bustickets

Und die Bustickets von der Hauptstadt Seoul nach Sokcho sollen am Mittwoch ausgebucht gewesen sein.

Ein paar Wochen könnte Sokcho noch einen echten Standortvorteil haben. Im August dann wird die Regierung wohl entscheiden, ob sie die Einschränkungen aufhebt. Der Druck dürfte riesig sein. Denn Südkorea mit seinen nur 50 Millionen Einwohnern gilt laut der Firma Newzoo als viertgrößter Spielemarkt - weltweit.

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(lk)