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Mays Brexit-Kabinett: Diese Politiker haben ab jetzt in Großbritannien das Sagen

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Drei Wochen nach dem historischen Brexit-Votum ist die Konservative Theresa May von Königin Elizabeth II. zur neuen britischen Premierministerin ernannt worden. Noch am Mittwochabend besetzte sie die wichtigsten Posten in ihrem Kabinett neu.

Ihre Wahl dürfte in den kommenden Tagen und Wochen noch für Aufruhr sorgen. Ein Überblick über die Posten, die bereits feststehen:

Außenminister: Boris Johnson

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Die größte Überraschung zuerst: Boris Johnson, einer der wichtigsten Kämpfer für den EU-Austritt, ist jetzt Außenminister. Der frühere Londoner Bürgermeister galt zunächst als Favorit im Rennen um den Premierposten, verzichtete dann aber auf eine Kandidatur.

Brexit-Beauftragter: David Davis

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Die Verhandlungen über den EU-Ausstieg Großbritanniens legt May nicht in Johnsons Hände, sondern schafft ein eigenes Amt dafür. Der Abgeordnete David Davis wird als Staatssekretär für den geplanten Brexit zuständig sein.

Schatzkanzler: Philip Hammond

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Den bisherigen Außenminister Philip Hammond hat May zum neuen Schatzkanzler ernannt. Finanzminister George Osborne trat zurück, teilte Downing Street weiter mit. Hammond dürfte bei den anstehenden Austrittsverhandlungen mit der EU nun eine wichtige Rolle spielen.

Innenministerin: Amber Rudd

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Die Abgeordnete Amber Rudd rückt an Spitze des Innenministeriums. Das Ministerium wurde zuvor von May selbst geführt. Rudd war unter David Cameron Energieministerin. Sie setzte sich in der Brexit-Debatte für den Verbleib in der EU ein.

Mit Rudds Wahl schafft May ein Kabinett, das weit weniger männerdominiert ist als das ihres Vorgängers.

In einer ersten Rede betonte die 59-Jährige vor dem Regierungssitz in der Downing Street, dass sie gegen die "brennende Ungerechtigkeit" kämpfen wolle.

Großbritannien müsse eine Union aller Bürger sein, betonte May in ihrer Rede. Sie werde keine Entscheidungen treffen, die von den Interessen einiger weniger Privilegierter getrieben seien. "Gemeinsam werden wir ein besseres Britannien bauen."

Merkel freut sich auf die Zusammenarbeit mit May

May ist die erste Frau an der Regierungsspitze seit dem Rücktritt von Margaret Thatcher 1990. Sie würdigte ihren Vorgänger David Cameron, der nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der EU zurückgetreten war. Cameron hatte seine Frau und drei Kinder mit in den Buckingham-Palast gebracht. May wurde von ihrem Mann begleitet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) freut sich auf die Zusammenarbeit mit May. Sie werde bald mit ihr in Kontakt treten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Auf die Frage, welche Erwartungen die Kanzlerin an die Verhandlungen von May mit der Europäischen Union über den Ausstieg Großbritanniens aus der EU habe, sagte er: "Nun wollen wir die britische Seite ihre Entscheidungen treffen lassen. Da gibt es heute keine neuen Erwartungen."

Juncker drängt auch rasche Brexit-Gespärche

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will rasch mit May über die Folgen des Brexit-Votums sprechen. In seinem Glückwunschschreiben an die Regierungschefin schrieb er: "Das Ergebnis des Referendums im Vereinigten Königreich hat eine neue Lage geschaffen, die das Vereinigte Königreich und die Europäische Union bald angehen müssen."

Auch der russische Präsident Wladimir Putin gratulierte May. Putin habe in einem Telegramm seine Bereitschaft zu einem konstruktiven Dialog mit der Premierministerin betont, teilte der Kreml mit.

Cameron sagte, Großbritannien solle der EU auch künftig "so nahe bleiben, wie wir nur können". Wenige Stunden vor seinem offiziellen Abgang verabschiedete er sich mit launigen Worten vom Parlament.

"Ich war einmal die Zukunft", sagte er nach sechsjähriger Amtszeit unter großem Beifall der Abgeordneten. "Ich werde die Rufe der Menge vermissen, ich werde die Buhs der Opposition vermissen."

May will zerstrittene Tory-Partei vereinen

Cameron, der für den Verbleib in der EU kämpfte, gibt sein Amt wegen der schweren Niederlage beim Brexit-Referendum vom 23. Juni auf. 52 Prozent der Wähler hatten für den Austritt aus der EU gestimmt. Cameron hatte das Referendum selbst initiiert.

May setzte sich im Wahlkampf ebenfalls für den Verbleib in der EU ein, aber nur sehr verhalten. Nun will sie die zerstrittene Tory-Partei einigen.

Wichtigste Aufgabe Mays wird es in den nächsten Monaten sein, den geplanten Austritt aus der Europäischen Union zu regeln. Ein genaues Datum für den Beginn der formellen Austrittsverhandlungen gab May bisher nicht an - Brüssel mahnt aber rasches Handeln an.

Neues Kabinett muss Folgen des Brexit mildern

Zudem kommt es für die neue Premierministerin darauf an, negative wirtschaftliche Folgen des Brexit-Votums zu mildern. Bereits am Donnerstag dürfte die Bank of England die Leitzinsen senken, um so die lahmende Konjunktur anzukurbeln.

Während die Konservativen ihre Brexit-Krise schneller als erwartet beilegten, geht der Aufruhr bei der Opposition weiter. Die Labour-Partei steuert auf eine Urwahl der Parteibasis um den Vorsitzendenposten zu. Der unter Druck stehende Vorsitzende Jeremy Corbyn dürfte dabei der Abgeordneten Angela Eagle gegenüberstehen.

Kritiker werfen Corbyn vor, die Partei sei unter seiner Führung bei jüngsten Wahlen und beim EU-Referendum gescheitert.

Mit Material von dpa

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(bp)