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So will Cohn-Bendit den Brexit in einen Sieg für Europa verwandeln

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COHNBENDIT
Der Grünen-Politiker Cohn-Bendit kann dem Brexit auch Positives abgewinnen | PASCAL GUYOT via Getty Images
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  • Der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit gibt in einem Interview zu, dass er vom Brexit-Votum überrascht wurde
  • Trotzdem glaubt er, dass Großbritanniens EU-Ausstieg gut für den Kontinent sein könnte

Der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit wurde vom Votum für einen EU-Ausstieg der Briten überrascht. "Ich habe nicht an den Brexit geglaubt, ich hätte mir das nicht vorstellen können", sagt er in einem Interview mit der "Welt".

Auch wenn die mit Großbritannien stärker wäre, sieht er im Brexit eine Chance. "Ich sehe ihn als Möglichkeit, im Resteuropa für Klarheit zu sorgen. Aus dem Negativen kann man Positives ziehen", sagte Cohn-Bendit.

"Das Spiel mit dem Exit ist ein gefährliches Spiel"

Abseits Großbritannien habe der Ausgang des Referendums zu einem Erstarken der EU-Befürworter geführt. In Dänemark, Schweden und Finnland erhielten sie Auftrieb. "Es ist klar, dass die Bürger jetzt schon ihre Lektion gelernt haben", sagte Cohn-Brendit.

"Das Spiel mit dem Exit ist ein gefährliches Spiel." Er sieht auch das Erstarken von Angela Merkel in den letzten Umfragen im Zusammenhang mit dem Brexit.

Cohn-Bendit erklärte, dass die EU nicht weiterhin Stillstand verwalten, sondern Zukunftsvisionen entwickeln müsse.

Es gebe zwei Möglichkeiten: "Man kann wie Schäuble, Hollande oder Merkel den Stillstand verwalten. Oder man entwickelt Zukunftsvisionen in Europa. "

"Wir brauchen eine positive Vision von Europa"

Der Kontinent brauche soziale Initiativen gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Zudem müsse man den Austausch innerhalb der EU vorantreiben, um das kulturelle Europa zu stärken. "Wir müssen endlich eine Föderation hinbekommen."

"Wir brauchen eine positive Vision von Europa", sagte der 71-Jährige. Für die Europawahlen 2019 schlägt er daher ein verändertes Wahlrecht vor.

"Wir haben durch den Brexit weniger Abgeordnete. Die Plätze reservieren wir für eine transeuropäische Liste", so der Vorschlag des langjährigen Europa-Abgeordneten. Er stelle sich einen "gesamteuropäischen Wahlkreis" vor, mit Parteien und Kandidaten aus allen EU-Mitgliedsstaaten.

Die Initiatoren des Brexits kritisierte Cohn-Bendit scharf. "Das ist der politische Diebstahl des Jahrhunderts. Die Sieger verstecken sich bei Mama und die Verlierer und Unentschlossenen müssen die Scherben aufsammeln." Die Wortführer der "Leave"-Kampagne, Nigel Farage und Boris Johnson, hatten sich nach dem Votum aus der Politik zurückgezogen.

Es liegt jetzt bei der EU-Befürworterin Theresa May, die Austrittsverhandlungen mit der EU weiterzuführen. Sie wird heute ihr Amt als Premierministerin antreten.

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