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Warum Mays Amtsantritt auch ein Sieg für die Frauenbewegung ist

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THERESA MAY
Theresa May wird heute das Amt der Premierministerin übernehmen | ASSOCIATED PRESS
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  • Heute wird Theresa May zur neuen Premierministerin Großbritanniens ernannt
  • Sie wird dann ihr neues Kabinett zusammenstellen
  • Darin werden Frauen die Top-Positionen besetzen

David Cameron hat seine Sachen gepackt. Gestern hielten die Umzugswagen vor dem Sitz des britischen Premierministers in der Downing Street Nummer 10. Nachdem die Möbelpacker abgezogen waren, ließ sich seine designierte Nachfolgerin Theresa May vor der berühmten Tür ablichten.

Nur drei Wochen nach dem historischen Brexit-Votum findet in Großbritannien heute der Machtwechsel statt. Nach dem Rücktritt von Cameron übernimmt die Konservative Theresa May die Regierung.

May muss die wirtschaftlichen Folgen des Brexit mildern

Ihre wichtigste Aufgabe für die nächsten Monate dürfte es sein, negative wirtschaftliche Folgen durch den Brexit zu mildern und den Austritt aus der EU zu managen.

Cameron, der mit dem Rücktritt die Konsequenz aus seiner Niederlage beim EU-Referendum am 23. Juni zog, wird gegen Mittag im Unterhaus Rede und Antwort stehen. Nach dieser letzten Fragestunde als Premier überreicht er Königin Elizabeth II. sein Rücktrittsgesuch.

Unmittelbar danach fährt auch May in den Buckingham-Palast - die Queen muss sie zur Premierministerin ernennen. Nach dieser Zeremonie übernimmt May offiziell den Regierungsamtsitz in der Downing Street.

"Viele übersehen, wie wichtig sie für viele Frauen in der Partei war"

Danach wird May ihr neues Kabinett zusammenstellen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass darin mehr Frauen sitzen werden als jemals zuvor. Nach Medienberichten plant May, eine Reihe von entscheidenden Positionen mit Kolleginnen der Tories zu besetzten.

"Theresa hat eine Kampagne gestartet, um mehr weibliche Abgeordnete ins Parlament zu wählen und sie war immer der Ansicht, dass mehr Frauen in wichtigen Regierungspositionen sitzen sollten", sagte eine Sprecherin von May dem britischen "Guardian".

2005 gründete May die Kampagne Women2Win. Sie half über ein Jahrzehnt lang Politikerinnen, sich in der Politik durchzusetzen. "Es gibt eine große Loyalität gegenüber Theresa", sagte ein Abgeordneter der Tories dem Magazin "Politico". "Viele übersehen, wie wichtig sie für so viele Frauen in der Partei war."

Frauen werden Top-Positionen übernehmen

Es wird somit erwartet, dass die jetzige Energieministerin Amber Rudd und Justine Greening, die Ministerin für internationale Entwicklung, Top-Positionen in Mays Kabinett übernehmen werden.

Britische Medien spekulierten vor allem darüber, ob Schatzkanzler George Osborne seinen Posten behalten wird. Einige Medien gingen davon aus, dass er wegen des kriselnden Pfunds und der Ängste um die Wirtschaft nach einem Brexit seinen Job behalten werde. May müsse sich angesichts dieser Herausforderungen für Kontinuität entscheiden, hieß es.

Zudem genieße er bei Banken und auf den Märkten Vertrauen. Andere Medien meinten dagegen, die Schlüsselposition sollte jemand innehaben, der sich für den Brexit eingesetzt habe.

Mit Material der dpa

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