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Linke Gewalt in Rigaer Straße in Berlin: Grünen-Abgeordneter Ströbele fordert Abzug der Polizisten (Exklusiv)

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  • Nach den Ausschreitungen in Berlin kritisiert Grünen-Politiker Gewalt von Linksextremisten und den Polizeieinsatz
  • Er fordert den Abzug der Sicherheitskräfte und einen Dialog mit allen Beteiligten

In einer Berliner Straße im Wahlkreis von Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele entlud sich am Wochenende der Zorn tausender Linksextremisten. Sie demonstrierten gegen Gentrifizierung und höhere Mieten. Über 120 Polizisten wurden dabei verletzt.

Ströbele hat nun einen radikalen Vorschlag ins Spiel gebracht, um die Situation zu befrieden.

"Wenn man zu einer vernünftigen Politik zurückkehren möchte, muss man die Polizei abziehen und mit allen Beteiligten reden“, sagte der Politiker im Gespräch mit der Huffington Post. Statt hochgerüsteter Polizisten, die dauerhaft vor Ort sind, sollten wieder Streifen gefahren werden.

Ströbele nimmt Anwohner der Rigaer Straße in Schutz

Ströbele macht der Polizei schwere Vorwürfe. Der Einsatz sei weder legitim - "300 Polizisten sind vor Monaten aus heiterem Himmel ohne Gerichtsbeschluss aufgeschlagen". Zudem sei er für die Bewohner eine Zumutung. Sie müssten durch Passkontrollen und könnten nur schwer Besucher empfangen. "Die fühlen sich belästigt", sagt Ströbele.

Außerdem nahm er die Anwohner in der Rigaer Straße in Schutz. "Wer glaubt, dass von den Bewohnern Gewalt ausgeht, hat die falsche Sicht auf die Dinge“, so Ströbele.

"Kaum vorstellbar, dass die Anwohner Nachts Autos anzünden"

"Zu den Demonstrationen wurde bundesweit aufgerufen. Ob sich die Anwohner an den Ausschreitungen beteiligt haben, daran gibt es erhebliche Zweifel“, sagte er weiter. "Es ist kaum vorstellbar, dass diese Leute Nachts Autos anzünden und Steine werfen.“

Zudem kritisierte Ströbele die an den Demonstrationen beteiligten Linksextremisten.

"Demonstrieren heißt demonstrieren und nicht Gewalt ausüben. Das finde ich nicht gut. Die verletzten Polizisten tun mir leid“, sagte Ströbele im Gespräch mit der Huffington Post. Schon im Vorfeld riefen linksextremistische Organisationen zu Gewalt auf. "Pyrotechnik und Steine sind nicht in Ordnung, wenn sie Leben gefährden", sagte der Grünen-Politiker.

Das ganze Video seht ihr oben.

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(lk)