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"Den Brandreden, die wir hören, folgen Brandsätze": SPD-Vize Stegner attackiert die AfD

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RALF STEGNER
Ralf Stegner kritisiert im Deutschlandfunk das wirtschaftliche Programm der AfD | Michael Gottschalk via Getty Images
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  • SPD-Vize Ralf Stegner warnt davor, die AfD trotz sinkender Umfragewerte abzuschreiben
  • Im Interview mit dem Deutschlandfunk übt er zudem Kritik am Wirtschaftsprogramm der Partei
  • Für ihn stehe "AfD" für "Arbeitslosigkeit für Deutschland"

Die AfD stürzt in Umfragen dramatisch ab. Zerlegen sich die Rechtspopulisten, nachdem sie parlamentarische Verantwortung übernommen haben, am Ende so wie viele andere Protestparteien vor ihnen?

Für höhnische Abgesänge sei es zu früh. SPD-Vize Ralf Stegner ist sich sicher, dass die AfD trotz innerparteilicher Querelen noch nicht am Ende ist: "Wir dürfen die AfD nicht unterschätzen", warnt er im Interview mit dem Deutschlandfunk.

Stegner kritisiert, dass die etablierten Parteien noch immer keine wirkungsvolle Strategie im Umgang mit der AfD gefunden haben: "Gerade die Konservativen versagen hier völlig". Übernehme doch die CSU teilweise Parolen der Rechtspopulisten und mache sie dadurch hoffähig.

"Man muss sie attackieren"

Die SPD müsse weiterhin die Partei der Aufklärung bleiben und dürfe nicht den Fehler machen, Ressentiments zu bedienen. "Man muss die Rechtspopulisten in aller Härte attackieren. Ich füge hinzu: Ihre Führung, nicht ihre Wähler", sagt er.

Deutschland dürfe nicht den Fehler machen, die Partei nur auf die Flüchtlingsfrage zu beschränken: "Die AfD will den Euro weghaben und Grenzen hochziehen", sagt Stegner. Doch Deutschland lebe vom Export.

Man müsse den Menschen sagen, dass das Program der Populisten zu Massenarbeitslosigkeit führen werde. Für Stegner hat das Kürzel "AfD" noch eine zweite Bedeutung: "Arbeitslosigkeit für Deutschland".

"Rechts ist für Deutschland gefährlich"

Stegner bekräftigte zudem seinen Standpunkt, dass die AfD ein Fall für den Verfassungsschutz sei. Die Partei würde Antisemitismus und Anti-Islamismus nicht nur dulden, sondern teilweise auch selbst betreiben.

"Den Brandreden, die wir hören, folgen Brandsätze. Es werden wöchentlich Flüchtlingsheime in Deutschland angegriffen."

Stegners Fazit: "Rechts ist für Deutschland gefährlich. Das war immer so und dagegen muss man sich klar abgrenzen."

(sma)

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