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In Bolivien entsteht die größte innerstädtische Seilbahn der Welt

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Mit einer Höhe von 3200 bis 4100 Metern ist La Paz die höchstgelegene Hauptstadt der Welt. Auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit vermeiden viele Pender der 760.000-Einwohner-Metropole die Busse, die sich durch die engen und verstopften Straßen der Stadt quäle.

Doch La Paz löste sein Verkehrsproblem auf eine Weise, die für Städte auf der ganzen Welt zum Vorbild wird. Seit mehr als zwei Jahren steigen sein Bürger morgens in die Gondeln der "mi teleférico", zu deutsch "meine Seilbahn".

ropeway la paz
(Credit: Reuters).

Seit März 2014 verkehren zwischen La Paz und der mittlerweile auf mehr als 840.000 Einwohnern angewachsenen Nachbarstadt El Alto drei Seilbahnlinien. Sie sind jeweils in den Farben des Andenstaats gehalten: rot, gelb und grün.

Bis zu 18.000 Fahrgäste pro Stunde

Die Bahnen sind an 360 Tagen im Jahr täglich 17 Stunden in Betrieb. 18.000 Menschen können so pro Stunde befördert werden.

Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, sind die klimafreundlichen schwebenden Gondeln ein voller Erfolg: An guten Tagen soll alleine eine einzige Linie bis zu 75.000 Fahrgäste an ihr Ziel bringen.

ropeway la paz
(Credit: Reuters).

Hoch über den Dächern der beiden in Lärm und Smog versinkende Großstädte dauert die Fahrt zwischen La Paz und El Alto nur etwa 15 Minuten. Eine Fahrt mit der "mi teleférico" kostet umgerechnet rund 25 Cent.

Doch Boliviens Präsident Evo Morales hat große Pläne: Bis zum Jahr 2019 sollen sechs weitere Linien hinzukommen. Mit insgesamt mehr als 1.400 Kabinen wäre die "mi teleférico" das größte innerstädtische Seilbahnprojekt der Welt.

ropeway la paz
(Credit: Reuters).

Finanzierung durch das Gasgeschäft

Bleibt nur noch die Frage, wie sich das bettelarme südamerikanische Land das überhaupt leisten kann: Die Seilbahn gilt als Prestigeprojekt von Evo Morales, dem ersten indigenen Präsidenten des Andenstaats.

Die bereits bestehenden Linien wurden durch Einnahmen aus dem verstaatlichten Erdgasgeschäft finanziert. Auch die Kosten von rund 450 Millionen Euro für die sechs neuen Linien sollen auf diese Weise gedeckt werden.

Seilbahnen als öffentliche Verkehrsmittel sind im Kommen

Nicht nur in Südamerika, wo neben La Paz auch die kolumbianische Millionenmetropole Medellin eine solche Bahn verfügt, sind Seilbahnen auf dem Vormarsch.

Stadtplaner und Verkehrsexperten sind sich sicher, dass Seilbahnen das Nahverkehrssystem von weltweiten Großstädten effizient und ökologisch ergänzen können.

In New York verbindet der Roosevelt Island Tramway seit 1976 auf einer Strecke von 945 Metern die Roosevelt Island im East River mit Manhattan. Auch in Singapur und in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh existieren Seilbahnen als Teil des öffentlichen Nahverkehrs.

Mit der Gondel über den Rhein

Die größte Personenseilbahn Deutschlands ist die Rheinbahn in Koblenz. Seit Juli 2010 verbinden die Gondeln auf einer Strecke von 890 Metern die Rheinanlagen mit der hoch über der Stadt, auf der anderen Seite des Flusses gelegenen Festung Ehrenbreitstein.

Ursprünglich sollte die Bahn nach der Bundesgartenschau 2011 wieder abgebaut werden, doch nach Bürgerprotesten entschied die Stadt, dass die Bahn bis mindestens 2026 erhalten bleibt.

koblenz
Die Koblenzer Rheinbahn (Credit: dpa).

In Köln schwebt eine Seilbahn bereits seit der Bundesgartenschau 1957 über den Rhein. Seilbahnen als Teil des Nahverkehrs waren in den vergangenen Jahren immer wieder in verschiedenen deutschen Städten im Gespräch.

Etwa das Projekt "Seilbahn 2025": Gondeln sollen den Wuppertaler Hauptbahnhof mit der dortigen Universität verbinden. Ähnliche Überlegungen gibt es auch für Bochum.

Auch im unweit von Stuttgart gelegenen Ludwigsburg schwebt dem örtlichen Gemeinderat der Bau einer Seilbahn vor. Mit den Gondeln könnte der Straßenverkehr der 91.000-Einwohner-Stadt entlasst werden. Zudem könnten Neubaugebiete an den Bahnhof der Stadt angeschlossen werden.

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(bp)