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Warum sich ein ganzes Freibad in Österreich über Flüchtlinge freut

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SOMMERBAD
Warum sich ein ganzes Freibad in Österreich über Flüchtlinge freut | Stadt Mödling
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Wenn im letzten halben Jahr in den Medien von Flüchtlingen und Schwimmbädern die Rede war, dann versetzte das Menschen sofort in Alarmstimmung. Zu viele negative Schlagzeilen gab es dazu.

"Nach den Horrormeldungen in den Medien haben wir gesagt, irgendwas müssen wir machen, damit wir nicht auch einmal in den Medien vertreten sind", sagte Robert Mayer im Gespräch mit dem "Kurier". Er ist als Stadtrat für das Freibad im österreichischen Mödling zuständig.

Auch bei der Stadt Mödling gingen immer wieder Beschwerden über das Verhalten von Flüchtlingen ein. Sie musste handeln und will nun eine Lösung gefunden haben, die nicht nur dafür sorgt, dass Asylbewerber die Baderegeln beachten, sondern auch die Integration fördern soll.

Die Stadt Mödling beschäftigt 16 Asylbewerber als "Bademeister-Gehilfen"

16 junge Flüchtlinge, vorwiegend aus Afghanistan und Syrien, helfen dort dem Bademeister. Sie beobachten, was im Becken vor sich geht und schreiten ein, wenn es zu Problemen mit Asylbewerbern kommt.

"Wenn wer aus Afghanistan kommt und nicht Deutsch spricht, übersetzen wir", sagt der 18-jährige Ebrahim Hussaini aus Afghanistan im Interview dem "Kurier". Er arbeitet fast jeden Nachmittag im Schwimmbad.

Asylbewerber statt Security

In mehreren österreichischen Bädern werden Sicherheitsfirmen beauftragt, um Probleme mit Asylbewerbern vorzubeugen. Doch der Stadt Mödling war das nicht nachhaltig genug. "Das ist auch ein Beitrag, um Leute zu integrieren", sagt Mayer. "Man muss sie auch beschäftigen, damit sie einen Sinn im Leben sehen."

Hussaini lebt seit einem Jahr in Österreich und spricht bereits Deutsch. Er behält gemeinsam mit einem Kollegen die Liegebereiche und Garderoben im Auge und übersetzt, wenn er gebraucht wird. Er trägt auch ein T-Shirt mit der Aufschrift des Schwimmbads.

Die Männer zwischen 17 und 21 Jahren erhalten 110 Euro pro Monat dafür.

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(lk)