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Zu dieser irren Aussage inspirierte Sarrazin den AfD-Jugendchef

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THILO SARRAZIN
Der AfD-Jugendchef gab an, sein Wissen ĂĽber Moslems aus einem Buch von Thilo-Sarrazin zu haben | ullstein bild via Getty Images
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  • In einem Interview äuĂźerte Sven Tritschler, Chef der AfD-Jugend, eine irre Aussage ĂĽber den Islam
  • Auf die Frage, woher er sein Wissen ĂĽber Moslems beziehe, verwies der Politiker auf ein Buch von Thilo Sarrazin

Schon in seiner politischen Anfangszeit hatte Sven Tritschler, der mittlerweile Vorsitzender der Jungen Alternative ist, nach eigenen Angaben einen Ruf als "der böse Rechte".

Mit gewissen Aussagen wird der 34-Jährige AfD-Politiker aber auch heute noch diesem Ruf gerecht. Die Inspiration für seine Äußerungen scheint er von einem Buch bekommen zu haben, das in Deutschland bereits vor einigen Jahren für heftige Diskussionen gesorgt hatte.

Im Interview mit der "Rheinischen Post" sagte Tritschler: "Ich sehe die islamische Kultur einfach nicht als gleichwertig an." Im Vergleich mit der westlichen Kultur hält der AfD-Politiker die islamische Lebensweise also für minderwertig.

Er behauptete, der Islam sei rückwärtsgewandt und scheine sich nicht zu entwickeln. Deswegen gehe es ihm in erster Linie darum, dass der Islam sich "hier bei uns nicht breitmacht". Aber woher hat Tritschler dieses Bild der islamischen Kultur?

Inspiriert von Thilo Sarrazins Buch

Auf die Frage, woher Tritschler sein Wissen über Moslems beziehe, sagte der AfD-Jugendchef: "Sehr auf das Thema aufmerksam gemacht hat mich Thilo Sarrazin mit 'Deutschland schafft sich ab’."

Zu dem umstrittenen Buch, das vor einigen Jahren bereits heftige Diskussionen auslöste und den SPD-Politiker Thilo Sarrazin als Populist enttarnte, sagte Tritschler: "Das war sehr fundiert.“

Mit persönlichen Erfahrungen scheint der AfD-Politiker seine Thesen über die islamische Kultur allerdings nicht untermauern zu können. Wie Tritschler zugab, habe er in seinem persönlichen Umfeld zurzeit nämlich nicht so viel Kontakt zu Muslimen.

Auslandsaufenthalt zeigte Tritschler, dass er "ziemlich deutsch" ist

Wie der AfD-Politiker im Interview weiter erklärte, hatte er während eines Auslandsaufenthaltes in Irland gemerkt, dass er "ziemlich deutsch“ sei. Zuvor hatte er sich nach eigenen Angaben zweitweise sogar als Europäer gefühlt.

Schlechte Erfahrungen während seines Auslandsaufenthaltes hätten diesem Gefühl dann aber ein Ende gesetzt. Er sagte: "Die Bürokratie funktionierte nicht wie in Deutschland. Die Leute spuckten in der Uni auf den Boden. Das Essen war grausam."

Da habe er dann gemerkt, dass es zuhause gar nicht so schlecht sei.

"Der böse Rechte"

In seiner Heimat im Schwarzwald hatte sich Tritschler bereits 1997 in den Jugendgemeinderat wählen lassen. Wie er erklärt, hatte er hier in einem "ziemlich deutlichen Leserbrief“ einmal angemerkt, dass man einmal über das „"Thema Ausländerbanden in der Stadt“ reden müsse.

Nach eigenen Angaben galt er von diesem Moment an als "der böse Rechte“ im Jugendgemeinderat.

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(lk)