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Mit dem Dienstrad lassen sich Umwelt und Steuergelder retten

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DIENSTRAD
Ein Geschäftsmann auf seinem Fahrrad | Getty
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  • Warum muss es eigentlich immer der Dienstwagen sein? Ein Fahrrad geht doch auch!
  • Immer mehr Firmen lassen ihre Mitarbeiter radeln statt fahren

Weniger Abgase in die Luft blasen, mehr Bewegung, weniger Geld ausgeben - das klingt wie eine Liste guter Vorsätze. Tatsächlich sind es die Vorteile, die Arbeitgeber und -nehmer mit einer relativ neuen Möglichkeit der Fortbewegung erhalten: dem Dienstrad.

Dank einer Gesetzesänderung von 2012 können Chefs ihren Mitarbeitern nicht mehr nur ein Dienstauto zur Verfügung stellen, sondern auch ein Dienstfahrrad – und die Nachfrage wächst stetig. Sinn der Regelung: Die einseitige Bevorzugung des Autos eliminieren.

Vieles klappt wie beim klassischen Berufsauto: So sind viele Räder, die Firmen ihren Mitarbeitern anbieten, klassisch von einem Händler geleast. In der Hoffnung, dass in Zukunft immer mehr Arbeitgeber diese umweltfreundliche Alternative zum Dienstwagen wählen, haben sich bereits Anbieter auf das Fahrradleasing spezialisiert.

Wie "Die Welt" berichtet, sollen allein die beiden Unternehmen JobRad in Freiburg und Lease-a-Bike in Cloppenburg zusammen bereits mehr als 4.000 Beschäftigten in rund 2.500 Betrieben ein Leasing-Fahrrad zur Verfügung stellen. Am beliebtesten sind dabei E-Bikes und Pedelecs mit einem Anteil von 80 Prozent.

Mit dem Rad lassen sich Steuern sparen

Das Dienstrad-Modell funktioniert im Grunde ähnlich wie beim Dienstwagen. Der Arbeitgeber least das Fahrrad und stellt es dem Mitarbeiter sowohl für die berufliche, als auch für die private Nutzung zur Verfügung. Im Rahmen einer Gehaltsumwandlung wird dem Arbeitnehmer einfach die Leasingrate vom Gehalt abgezogen, wodurch das zu versteuernde Einkommen sinkt.

Vom Vorteil eines quasi geschenkten Rades möchte der Fiskus allerdings doch noch etwas abbekommen: Durch die sogenannte 1-Prozent-Regelung muss der Arbeitnehmer allerdings noch einen Prozent der Anschaffungssumme des Rades als geldwerten Vorteil versteuern. Bei einem E-Bike im Wert von 2500 Euro entspricht das beispielsweise 25 Euro pro Monat.

Weniger Abgase, weniger Krankheitsfälle

Durch die Fahrrad-Revolution kann nicht nur der CO2-Ausstoß deutlich reduziert, sondern auch die Effektivität von Unternehmen gesteigert werden. Studien haben nämlich bereits belegt, dass radelnde Mitarbeiter auffällig seltener krank sind, als ihre Kollegen, die nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen.

Als Argument genügt das jedoch vielen Firmen noch nicht. Damit sich das Konzept des Dienstrades weiter verbreitet, braucht es nach Ansicht von Frank Stargardt, Leiter der Dienstrad-Abteilung bei Derby Cycle, noch Veränderungen. Gegenüber der "Welt“ erklärt er, dass beispielsweise mehr Abstellflächen für Räder notwendig seien.

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