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Studie: Die zunehmende linke Gewalt ist für viele Medien kein Thema

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LINKSEXTREMISMUS
Polizeieinsatz vor einem besetzten Haus in Berlin | Getty
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  • Deutsche Medien berichten wesentlich seltener über linke als über rechte Gewalttaten
  • Tatsächlich kommt es zu mehr Gewaltdelikten linksmotivierter Täter als von Rechtsextremen

Bei der Berichterstattung über extremistische Gewalt geht es in deutschen Medien meist um Taten mit rechtsradikalem Hintergrund - und nur selten um solche, die von linksextremistisch motivierten Tätern verübt wurden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Analyseinstituts Mediatenor für die Huffington Post, für die knapp 450.000 Beiträge aus ARD, ZDF, "Bild", "Focus" und "Spiegel" seit 2001 ausgewertet wurden.

Seit dem Jahr 2011 überwiegen demnach kontinuierlich Berichte über rechte Gewalt mit teils über 200 Nennungen pro Jahr, während linke Gewalt kaum 20-mal jährlich in den Medien abgebildet wird. Die tatsächliche Zahl der Straftaten wird damit nicht proportional wiedergegeben: So gab es laut Bundeskriminalamt gut 1.400 rechte Gewalttaten und 1.600 linksmotivierte Delikte.

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Berichte über linke Gewalt waren zuletzt im Jahr 2010 das beherrschende Thema. Insgesamt hielten sich die Nennungen beider Phänomene im vorigen Jahrzehnt noch weitaus stärker die Waage als im laufenden.

Im Jahr 2007 überwogen mit einer sehr deutlichen Mehrheit Berichte über linke Taten - Grund dafür sei die Berichterstattung über den G7-Gipfel (damals noch G8) im Ostseebad Heiligendamm gewesen. Seit 2011 allerdings hätten der Skandal um die rechtsextreme Terrorgruppe NSU und eine Serie fremdenfeindlicher Brandstiftungen den Medienfokus hin zum rechten Spektrum gelenkt.

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