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Dieser Mann hat 120 Namen auf seinen Arm tätowiert - sie haben eine wichtige Botschaft

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ROBB NASH
Jedes der 120 Tattoos auf Robb Nashs Arm hat eine rührende Bedeutung. | Facebook/ Robb Nash
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Vor vier Jahren wollte die Schülerin Tailor B. ihrem Leben ein Ende setzen. Einen Abschiedsbrief und eine Halskette wollte die Kanadierin ihrer Mutter hinterlassen. Den Selbstmord hatte sie für ein Wochenende geplant, doch bevor sie den Plan in die Tat umsetzen konnte, veränderte sich etwas Entscheidendes in ihrem Leben.

Während eines Vortrags in ihrer Schule in der kanadischen Stadt Winnipeg fasste sie wieder neue Hoffnung. Der Rockmusiker Robb Nash stand damals auf der Bühne und erzählte von seinen Selbstmordgedanken.

Ein Unfall ließ Nashs Leben zusammenbrechen

Als Teenager überlebte er nur knapp einen Autounfall - ein Sattelschlepper prallte frontal mit seinem Auto zusammen. Nash erlitt einen Schädelbruch und die Ärzte hatten nur wenig Hoffnung, dass er den Unfall überleben würde.

Der einstige Sportler konnte sich wieder erholen, aber mit der Sportlerkarriere war es vorbei.

Für Nash brach damals eine Welt zusammen – da war dieser eine Lebenstraum, der auf einmal geplatzt war. "Ich war in einem solchen emotionalen Loch, dass ich nicht mehr weiterleben wollte. Alles, was ich für mein Leben geplant habe, wurde auf einmal zerstört", sagte der Musiker gegenüber "Buzzfeed".

Nashs Vortrag gibt Schülern wieder Hoffnung

Nash hat es geschafft aus diesem Loch wieder herauszukommen und neuen Lebensmut zu fassen. Als der Kanadier auf der Bühne in Tailors Schule stand, wusste er, dass nur kurz vor seinem Vortrag ein Schüler Selbstmord begangen hatte. Der Jugendliche hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem er von weiteren unbekannten Teenagern sprach, die ebenfalls einen Selbstmord planten.

Nach der Rede kam die damalige Schülerin Tailor B. auf ihn zu und drückte Nash den Abschiedsbrief in die Hand. Sie sagte zu dem Musiker, dass sie diesen Brief jetzt nicht mehr brauche, denn sie sähe wieder einen Sinn in ihrem Leben.

Genau das wollte Nash mit seinem Vortrag bewirken: Er wollte den Jugendlichen neue Hoffnung geben. Seitdem hält der Musiker Vorträge in Schulen und Haftanstalten, um mit Teenagern über Selbstmord und Drogenmissbrauch zu sprechen.

Nash hat sich 120 Namen auf seinem Arm tätowieren lassen

Vier Jahre später hat Nash über 535 Abschiedsbriefe, Rasierklingeln und Kugeln erhalten, mit dem Versprechen der Jugendlichen, dass sie weiterleben wollten.

Nash schaffte es tatsächlich, einigen Jugendlichen aus einer schweren Zeit in ihrem Leben zu helfen. Doch auch er selbst blieb von den unzähligen Abschiedsbriefen nicht unberührt.

For years I have been blown away as people have gotten tattoos with my lyrics on them. After thinking about this for a long time, I decided to get the signatures from the first 120 suicide notes given to me tattooed on my arm. (They are as much a part of my life, as I am of theirs.) Everyday when I meet people that are suicidal, they always say that they feel alone....that no one else feels the same way. My hope is that in those moments, I can show them my arm, so they can see the names of tons of other people that once felt the same way and found the strength to get help and keep moving. This is not something I plan to continue doing, so no one will be motivated to give me a note, in hopes of getting their names on my arms. This was just the first names. And I also hope that people will see these names and realize how many people out there are fighting depression and suicidal thoughts. It is something that has taken the life of too many amazing and talented people. It was also cool to see CTV, CBC and the Free Press show up to share this story. I hope many are inspired!

Ein von Robb Nash (@robbnash) gepostetes Foto am


Als Botschaft hat er sich 120 Unterschriften der Verfasser der Briefe auf seinen rechten Arm tätowieren lassen. Er will ihnen damit zeigen, dass sie nicht alleine sind. So zeigt Nash bei seinen Vorträgen seinen Arm und sagt: "Schaut euch meinen Arm an. Diese Jugendlichen hatten dieselben Gedanken wie ihr und sie sind noch hier."

Tailor B. war dabei, als sich Nash die Namen auf den Arm tätowieren ließ. Als ihrer an der Reihe war, sagte sie: "Es ist ziemlich verrückt. Es ist unglaublich zu wissen, dass man für jemanden wichtig ist."

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(vr)