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"Menschenfeindlichkeit und Hass": Lindner redet AfD-Wählern ins Gewissen

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CHRISTIAN LINDNER
Christian Lindner findet deutliche Worte für AfD-Wähler | Wolfgang Rattay / Reuters
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  • Christian Lindner hat die AfD in einem Interview scharf kritisiert
  • Das Handeln der Partei widerspreche dem Geist des Grundgesetzes
  • Trotz junger Erfolge sieht Lindner den Rechtspopulismus in Europa im Niedergang

Christian Lindner, Vorsitzender der FDP, kritisiert mit deutlichen Worten die rechtspopulistische Haltung der AfD. Im Interview mit der "Bild" sprach der Politiker den Wählern der "Alternative für Deutschland" ins Gewissen.

"Wer sich jetzt nicht von der AfD lossagt, muss sich mit ihrer Politik identifizieren lassen. Niemand kann mehr seine Hände in Unschuld waschen", erklärte er.

Der Ausgang des Brexit Votums zeige aber, dass der Populismus in Europa im Niedergang inbegriffen sei, so Lindner.

Mit Hass gegen den Geist des Grundgesetzes

Eine Unterstützung für die AfD könne man nicht mehr mit Protest gegen die Bundesregierung rechtfertigen, sagte Lindner. Er stellte klar: "Handeln und Parolen der AfD widersprechen dem Geist des Grundgesetzes", wer die AFD wählt, der wähle damit auch Menschenfeindlichkeit und Hass.

Lindner will AfD-Wähler ernst nehmen

Der FDP-Vorsitzende erklärte, dass manche Wähler sich der AfD zugewendet hatten, weil sie sich in ihren Sorgen nicht ernst genommen fühlten.

Deswegen betonte er: "Ich nehme diese Bürger ausdrücklich ernst. Aber wer ernst genommen werden will, muss sich fragen lassen, ob ihm egal ist, was seine Partei sagt: Für die AfD ist die Rasse eines Menschen ein Thema, wie wir im Fall Boateng gesehen haben. Und jetzt kommt noch Judenhass hinzu.“

Zerschlägt das Brexit-Votum den Populismus?

Dennoch, Christian Lindner sieht mit dem Ausgang des Brexit-Votums eine Chance, dass der Populismus in Europa vor dem Niedergang steht.

Lindner sagte der "Bild": "Der Brexit war der traurige Höhepunkt der Demagogen, die ihr Volk mit Lügen aufgehetzt haben, um es danach mit dem Chaos allein zu lassen. Man kann in Großbritannien klar erkennen: Populisten zerstören. Sie bauen nichts auf. Der Brexit wird deshalb das Geschäftsmodell der Populisten mindestens zum Teil zerschlagen. Das gilt auch für Deutschland."

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(lp)