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Leadsom gibt Rennen um Cameron-Nachfolge auf - Weg frei für Innenministerin May

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LEADSOM
dpa
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  • Andrea Leadsom scheidet aus dem Rennen um die Cameron-Nachfolge aus
  • Damit macht sie den Weg frei für ihre Konkurrentin Theresa May
  • Die bisherige Innenministerin spricht sich dafür aus, den EU-Ausstieg erst im kommenden Jahr zu beginnen

Die britische Engerie-Staatssekretärin Andrea Leadsom will nicht zur Wahl um die Nachfolge von Premierminister David Cameron antreten. Das gab sie am Montag in einem Statement in London bekannt.

Damit ist der Weg frei für Innenministerin Theresa May. Beide hatten vergangene Woche angekündigt, bei einer Urwahl der Parteibasis anzutreten.

Cameron hatte nach seiner Niederlage beim Brexit-Referendum seinen Rücktritt für September in Aussicht gestellt.

Leadsom sorgte mit Aussagen zu Mays Kinderlosigkeit für Aufruhr

Leadsom hatte am Wochenende mit Äußerungen über die Kinderlosigkeit ihrer Konkurrentin eine Kontroverse ausgelöst. In einem Interview der Zeitung "The Times" deutete sie an, sie sei als Mutter besser für das Amt geeignet als Innenministerin May.

"Ich fühle wirklich, dass ich als Mutter einen sehr wahren Anteil an der Zukunft unseres Landes habe, einen fühlbaren Anteil", zitierte die Zeitung Leadsom.

"Ich bin sicher, Theresa ist echt traurig, dass sie keine Kinder hat", sagte Leadsom demnach. Sie fügte aber hinzu, sie wolle nicht, dass dies in den Wahlkampf gezogen werde. Die Äußerungen lösten auch in den eigenen Reihen Kritik aus.

Erstmals seit Thatcher wieder eine Frau Staatschefin

Erstmals seit dem Rücktritt von Margaret Thatcher 1990 steht wieder eine Frau vor dem Einzug in Downing Street 10. Auf die neue Premierministerin kommen die langen und schwierigen Austrittsverhandlungen mit der EU zu.

May will den offiziellen Austritts-Prozess möglichst erst im nächsten Jahr beginnen - sehr zum Ärger der EU. Leadsom hatte dagegen angekündigt, keine Zeit verlieren zu wollen.