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Forscher haben einen Friedhof gefunden, der das größte Rätsel der Bibel lösen könnte

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ISRAEL
Forscher haben einen Friedhof gefunden, der das größte Rätsel der Bibel lösen könnte | Amir Cohen / Reuters
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Archäologen haben in Aschkelon, Israel, einen Fund gemacht, der das Rätsel um ein Volk lösen könnte, um das sich in der Bibel viele Mythen ranken.

Sie fanden eine Grabstätte mit den Überresten von über 200 Menschen, die höchstwahrscheinlich dem Volk der Philister angehörten. "Dieser Friedhof mit 145 kompletten Skeletten ermöglicht endlich, die Philister von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen", sagt Ausgrabungsleiter Daniel Master. Die Grabstätte geht bis ins zehnte Jahrhundert vor Christus zurück.

Die Philister waren ein Volk, das neben den Israeliten lebte. Fast das ganze Wissen über sie entnahm man aus dem Alten Testament- dort werden sie als Erzfeinde der Israeliten dargestellt. Von sterblichen Überreste gab es bisher keine Spur.

Der Riese Goliath war ein Philister

Auch Nicht-Bibelkennern sind die Philister vor allem aus der Geschichte über David, der den Riesen Goliath besiegte, bekannt. Goliath ist nämlich im Alten Testament ein übergroßer Krieger der Philister.

Laut der Anthropologin Sherry Fox wiesen die Skelette am Friedhof eine "durchschnittliche Körpergröße“ auf. Goliath, der Riese, dürfte also eher die Ausnahme gewesen sein.

Seit 1985 forscht die Leon-Levy-Expedition in Israel zu den Philistern – der Fund ihrer Grabstätte ist die Krönung ihrer wissenschaftlichen Bemühungen.

Die Philister waren besser als ihr Ruf

Die Philister kamen in der Bibel nicht gut weg. Sie wurden als unkultiviert und barbarisch dargestellt. Die Skelette wurden aber offenbar mit Schmuck und parfümiertem Öl als Grabbeigabe bestattet, was nicht wirklich auf eine Unkultur hinweist.

Mittels DNA-Analyse soll jetzt auch eine Frage geklärt werden, die Forscher seit Jahrhunderten beschäftigt: Wo kamen die Philister überhaupt her? Denn was gesichert scheint: Sie waren Zuwanderer im semitischen Siedlungsgebiet, vermutlich waren sie ein Seefahrer-Volk aus dem ägäischen Raum. Die Knochenfunde sollen das jetzt belegen.

Mit der Ausgrabung wurde bereits vor drei Jahren begonnen, der Fund blieb aber bis jetzt geheim, weil die Archäologen Angst vor ultra-orthodoxen Juden hatten, die an der Fundstelle protestieren könnten. Denn der jüdische Glaube erlaubt es nicht, dass Menschen bei ihrer Totenruhe gestört und ausgegraben werden.

Das Rockefeller-Archäologen-Museum in Jerusalem stellt die Funde jetzt aus Aschkelon aus, vor allem die Grabbeigaben.

Mit Material der dpa.

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(pb)