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Bamf-Chef Weise: "Unseren Fachkräftemangel decken wir nicht mit Flüchtlingen"

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BAMF-Chef Weise: Flüchtlinge lösen Fachkräftemangel nicht | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Deutschland ist auf weitere Zuwanderung angewiesen, erklärt Bamf-Präsident Weise
  • Der Flüchtlingszustrom könne den Fachkräftemangel nicht entscheidend lindern
  • Generell seien Flüchtlinge noch nicht zufriedenstellend in den Arbeitsmarkt integriert

Die deutsche Wirtschaft ist aus Sicht des Chefs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Frank-Jürgen Weise, trotz des Flüchtlingszustroms weiter auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen.

"Unseren Fachkräftemangel decken wir niemals aus der Fluchtmigration“, sagte Weise der "Rheinischen Post“.

Um weiter gezielt Zuwanderung zu fördern, solle die Freizügigkeit in Europa genutzt, Deutschland für leistungsfähige Menschen attraktiver gemacht und auch außerhalb der EU gesucht werden. Derzeit seien die Strukturen "zu komplex, um Fachkräften die Integration in Deutschland leicht zu machen“.

Zu wenige Flüchtlinge arbeiten

Mit der bisherigen Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist Weise "nicht zufrieden“. Bereits 130.000 Menschen aus dem Kreise der Asylbewerber seien arbeitslos gemeldet, erst 96.000 Menschen aus den wichtigsten nicht-europäischen Asyl-Ländern seien im April in sozialversicherungspflichtigen Jobs.

Man habe aber mittlerweile die "Grundlagen für eine gute Integration gelegt“. Deutschland habe "gute Voraussetzungen für den Erfolg, dadurch, dass wir inzwischen schnelle Verfahren haben. Zugleich lassen wir in Kombi-Kursen den Spracherwerb und die Integration in den Arbeitsmarkt parallel laufen“, sagte Weise.

Flüchtlinge fänden vor allem Jobs in der Leiharbeit, in Dienstleistungsjobs wie Gebäudereinigung oder bei Wachdiensten. "Danach kommen Gastgewerbe, Handel und Kfz-Werkstätten sowie das Gesundheits- und Sozialwesen“, erklärte Weise.

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(lk)