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Warum Elisabeth von Thurn und Taxis so unter ihrem Namen gelitten hat

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Elisabeth von Thurn und Taxis bei einem Event in New York

Sie ist Mitglied einer glanzvollen Adelsdynastie, doch das bedeutet ihr nicht sonderlich viel. Im Gegenteil: Elisabeth von Thurn und Taxis (34) empfindet das sogar als Belastung. In einem aktuellen Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte sie: "In meiner Jugend habe ich unter dem Namen sehr gelitten. Wann immer mich die Leute mit Thurn und Taxis ansprachen, hat sich bei mir innerlich alles zusammengezogen. Niemand sollte wissen, dass ich eine Prinzessin bin."

Kolumnistin für das Mode-Magazin "Vogue"

Wenn Sie mehr über Elisabeth von Thurn und Taxis erfahren möchten, dann werfen Sie einen Blick in ihr Buch "Tagebuch einer Prinzessin"

Heute lebt die zweitälteste Tochter von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis (56) in London, wo sie als Kolumnistin für das Mode-Magazin "Vogue" arbeitet. Das ist zwar nicht ganz standesgemäß, doch: "Ich habe das so gewollt. Ich wollte arbeiten, selbst Karriere machen. Die Arbeit war für mich ein Schritt in die Anonymität. Dadurch habe ich mich freier gefühlt."

Im Ausland gebe sie an, dass "Prinzessin" ihr Vorname sei, nur einmal habe sie sich geoutet - am Flughafen in New York. "Dann war das mit dem Zoll plötzlich viel einfacher."

Ihr Zuhause war ihr peinlich

Schon während ihrer Schulzeit in England sei es ihr peinlich gewesen, wenn Freunde sie Zuhause besuchten wollten. "Meine Familie hatte nun mal kein kleines Haus mit Garten." Sie dachte dann nur: "Oh Gott, wenn die Regensburg sehen! Und dann noch das Schloss!" Schloss St. Emmeram, der Stammsitz des Fürstenhauses Thurn und Taxis, hat über 500 Zimmer und Säle.

Im Gegensatz zu ihrer Mutter, die in den 80er-Jahren häufig als extravagante Punk-Prinzessin unterwegs war, zieht es Elisabeth von Thurn und Taxis nicht mit aller Macht in die Öffentlichkeit: "Wir scheuen uns beide nicht davor im Mittelpunkt zu stehen, aber ich bin nicht so exhibitionistisch veranlagt wie meine Mutter."

"Die Schattenseiten" ihres berühmten Namens

In ihrer Kindheit und Jugend habe sie auch "die Schattenseiten" ihres berühmten Namens kennengelernt. "Viele Menschen" hätten schlecht über ihre Mutter geredet, "nur weil sie sich manchmal verplappert. Sie ist Gott sei Dank abgehärtet, sie lässt Kritik nicht so an sich heran. Ich bin da sehr viel sensibler."

Gloria von Thurn und Taxis habe zwei extreme Seiten, sagt ihre Tochter im "SZ"-Interview weiter. "Sie ist sehr katholisch und gleichzeitig total durchgedreht. Schon als ich 15 war, fing sie mit dem Thema Heirat an. Später hat sie einmal adelige Junggesellen aus ganz Europa angekarrt, um meine ältere Schwester Maria Theresia und mich zu verkuppeln. Wir haben lieber am Abend zu Technomusik getanzt und unsere Gäste ignoriert. Als sie alle ins Bett gegangen waren, sind wir mit einem Eimer mit kaltem Wasser durch das Schloss geschlichen und haben die schlafenden Prinzen und Grafen nassgespritzt."

Mittlerweile habe die Fürstin die Suche nach standesgemäßen Ehemännern aufgegeben. "Ich glaube, ihr sind über die Jahre einfach die Kandidaten ausgegangen. Seit ich Mitte 20 bin, hat sie keinen weiteren Versuch mehr gestartet, auch weil sie gemerkt hat, dass mir mein Beruf wichtig ist und ich mich selbst verwirklichen möchte. Das respektiert sie."