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Fast jeder zweite Deutsche fühlt sich durch die Polizei nicht mehr geschützt

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Fast jeder zweite Deutsche fühlt sich durch die Polizei nicht mehr geschützt | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • 44,7 Prozent der Deutschen fühlen sich durch die Polizei nicht mehr beschützt
  • Viele fordern daher eine höhere Polizeipräsenz
  • Besonders unter AfD-Wählern ist die Skepsis groß

Die Deutschen fühlen sich nicht mehr sicher. Schock-Nachrichten von Terror und Kriminalität sowie politische Stimmungsmache haben ihre Spuren hinterlassen.

Mittlerweile glaubt fast jeder zweite Deutsche (44,7 Prozent), dass die Polizei die Bürger nicht mehr effektiv beschützen kann. Das berichtet die "Bild" unter Berufung auf eine Insa-Umfrage.

Besonders skeptisch sind Wähler der AfD. Von diesen misstrauen rund 68 Prozent der Polizei. Kein Wunder, schürt die Partei doch offen Ängste vor Asylbewerbern und Ausländerkriminalität.

Wähler der Regierungsparteien sind zuversichtlicher

Doch auch Unterstützer der Linkspartei sind zunehmend skeptisch gegenüber den staatlichen Aufsichtsbehörden. 55,2 Prozent gaben an, sich nicht sicher zu fühlen. Bei den Unions- (36,2 Prozent) und SPD-Wählern (38,2 Prozent) lagen die Werte deutlich niedriger.

Ganz unbegründet sind die zunehmenden Ängste der Deutschen jedoch nicht. Wie die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, steigt die Anzahl der jährlich begangenen Straftaten. Waren es 2014 noch 6,08 Millionen ist die Anzahl der Kriminaldelikte im Jahr 2015 auf 6,33 Millionen gestiegen.

Deutsche wollen mehr Polizei

Drei Viertel der Deutschen fordert daher eine Aufstockung der Anzahl von Polizisten. Besonders AfD-Wähler wollen mehr Sicherheitsbeamte. 89,4 Prozent von diesen gaben an, die Anzahl der Polizisten in Deutschland sei zu gering, 83 Prozent sind der Meinung, die Polizei müsse mehr Überprüfungen durchführen und sich verstärkt auf Streife begeben.

Auffällig: Frauen fühlen sich in Deutschland deutlich unsicherer als Männer. Ein Drittel der Frauen stimmte der Asssage zu: "Ich fühle mich in Deutschland nicht sicher." Bei den Männern waren es nur 26 Prozent.

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(lk)