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Wenn ihr in einer Beziehung seid, solltet ihr DAS jeden Tag machen

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Wenn ihr in einer Beziehung seid, solltet ihr DAS jeden Tag machen | by Andi Singer hexagonesun.tumblr.com via Getty Images
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Manchmal ist das Leben wirklich gar nicht so schwer. Manchmal ist das Leben sogar ziemlich einfach. Denn es gibt immer wieder Situationen, in denen hilft schon eine kleine Angewohnheit, ein ernstgemeinte Geste, und wir schaffen Veränderung. Zum Positiven.

Liebe: Manchmal ist es einfach

So ist es auch in Partnerschaften. Alle Menschen, die in Partnerschaften sind, haben ihre ganz eigene Art gefunden, die Beziehung zu führen. Manche Paare haben dabei tägliche Rituale entwickelt, manche Paare versuchen sich immer wieder gegenseitig zu überraschen.

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Das kann alles wunderbar funktionieren. Aber es gibt eine Angewohnheit, da sind sich die meisten Paartherapeuten einig, die sollte sich wirklich jedes Paar zu eigen machen.

Beziehung: Was zählt wirklich?

Es klingt fast zu banal, aber vielleicht ist das auch der Grund, warum es von so vielen Paaren oft übersehen wird: Den anderen JEDEN Tag fragen, wie es ihm geht.

Die Paartherapeutin Aimee Hartstein erläutert: "Den Partner wirklich jeden Tag zu fragen, wie es ihm geht ist heute wichtiger denn je. Denn wir sind heutzutage einfach viel zu beschäftigt. Unsere Arbeit wird immer entgrenzter, wir checken ständig Emails und SMS".

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Diese ständige Kommunikation bedeutet Stress. Nicht nur für unsere Gesundheit, sondern auch für unser seelisches Wohlbefinden. "Es kann dazu führen, dass wir es schwieriger finden, intime Verbindungen in unserem Leben aufrechtzuhalten. Wir finden es alle einfach, mit dem Partner in Kontakt zu stehen, per Chat oder SMS. Aber wir brauchen auch direkte Kommunikation", fordert Hartstein.

Klar, Kommunikation ist der Schlüssel jeder Beziehung. Das weiß jeder Paartherapeut, das durften schon Romeo und Julia schmerzhaft erfahren.

Aber, so die Sorge von Hartstein, Kommunikation sollte eben nicht einfach nur bedeuten, sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, sondern mit einem echten Interesse für das Wohl des Anderen zu fragen: Wie geht es Dir?

Echte Kommunikation

Denn "Wie geht es Dir?" dient in unseren hyper-kommunikativen Zeiten oftmals nur als Zitat, als Gesprächseröffnung, als - sicherlich auch - berechtigte Floskel.

Der Psychotherapeut und Paarpsychologe Mel Schwartz weist in einem Artikel für "Psychology Today" auf die daraus resultierenden Probleme hin. Wenn wir ein "Wie geht es Dir?" aufhören, wirklich ernst zu nehmen, übersähen wir auch immer leichter Indizien dafür, was einem der andere sagen möchte.

Miteinander reden

Schwartz nennt ein Beispiel: Wenn jemand auf diese Frage, ein "Ich kann mich nicht beschweren" antwortet, kann das zweierlei bedeuten. Entweder ist die Person wirklich zufrieden, oder aber sie hat den Eindruck, ihr wahres Befinden nicht teilen zu können oder dürfen.

Ein echter Ausweis von Anteilnahme wäre in einem solchen Fall die Nachfrage: Was bedeutet das? "Das öffnet die Tür zu echter Kommunikation", so Schwartz.

"Und selbst wenn es nicht zu weiterer Kommunikation führt, haben du und dein Partner gezeigt, dass ihr wissen wollt, wie es dem anderen wirklich geht. Auf dieser Basis könnt ihr dann den ganzen Tag weiter kommunizieren. Denn wenn ihr einmal erfahren habt, dass es dem anderen nicht so gut geht, könnt ihr euch entsprechend verhalten. Oder andersrum".

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Partnerschaft: Wie geht es Dir wirklich?

Eine ernstgemeinte und authentisch vorgetragene Frage wie "Wie geht es Dir?" könnte demnach tatsächlich der Schlüssel zu besserer Kommunikation, zu einem zufriedeneren Grundgefühl sein.

Denn jede Äußerung kann nicht nur als Aussage über die Beziehung zum Gesprächspartner, sondern auch als Aussage über uns selbst gedeutet werden. Das kann man sich besonders gut vor Augen führen, wenn man einmal ein achtlos hingeworfenes, leicht spöttisches: "Und Du so?" einem mit offenem, interessiertem Blick vorgetragenen: "Aber wie geht es Dir eigentlich?" gegenüberstellt.

Sagen, was man möchte

Wer diese Art der Auseinandersetzung mit dem Partner verinnerliche, könne auch schwerwiegenderen Problemen entgegenwirken. Viele Paare tendieren mittlerweile dazu, hohe Erwartungen an eine Beziehung zu stellen. Wer aber diese Erwartungen nicht auch im Alltag kommuniziere - und sei es nur durch kurze Nachfragen, der laufe Gefahr, irgendwann massiv enttäuscht zu werden.

Insa Fooken, Psychologie-Professorin an der Universität Siegen, erklärt hierzu: "Frauen erwarten häufig, dass ihr Partner ihnen die Wünsche von den Lippen abliest", wohingegen "Männer vieles nicht (sehen) und denken, dass ihre Partnerin schon Bescheid gibt, wenn sie Hilfe braucht".

So bauten sich unterschwellig schnell Konflikte auf. Eine dauerhafte, gelungene Kommunikation könne dies verhindern.

Manchmal ist das Leben eben doch schwer. Aber manchmal auch nicht.

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