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Polizistenmörder von Dallas plante noch größere Attacke

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  • Der Polizistenmörder von Dallas plante einen noch größeren Anschlag
  • Bei Verhandlungen mit der Polizei fantasierte er über weitere Morde
  • Er hinterließ eine Rätselhafte Nachricht aus Blut

Der Polizistenmörder von Dallas plante eine noch größere Attacke als die tödlichen Schüsse auf die Beamten. Darauf deuten unter anderem Einträge in einem Tagebuch und der Sprengstoff hin, der in der Wohnung des Täters Micah Johnson gefunden wurde. Das berichtete der Polizeichef der texanischen Stadt, David Brown, am Sonntag.

Brown zufolge wurde der Täter anscheinend "in seinem Wahn" durch die Polizeischüsse auf die Schwarzen in Minnesota und Louisiana angestachelt und entschloss sich zu dem Angriff. Er soll zuvor im Garten seines Wohnhauses militärische Praktiken geübt haben - so die Heckenschützentaktik, die er bei seiner Attacke anwendete: Schießen und dann immer wieder schnell den Ort wechseln.

Johnson lachte und sang

Der Polizeichef enthüllte auch, dass der Täter während der stundenlangen Verhandlungen mit Polizisten nicht nur geschossen, sondern auch gelacht und gesungen habe. Wiederholt habe er darüber gesprochen, wie viele Polizisten er wohl noch töten werde.

Im Treppenhaus der Garage, in der er später gezielt durch einen Sprengsatz getötet wurde, schmierte Johnson mit seinem eigenen Blut die Buchstaben RB an die Wand, so Brown. Was das bedeute, werde noch untersucht.

Das Motiv war Hass

Auslöser der landesweiten Proteste war der Tod zweier Afroamerikaner in den US-Staaten Minnesota und Louisiana durch Polizeischüsse. In der Nacht zum Freitag eskalierte die Lage. Der 25-jährige Afroamerikaner Micah Johnson erschoss während einer Demonstration gegen Polizeigewalt fünf Polizisten und verletzte fünf weitere sowie zwei Zivilisten.

Als Motiv gilt Hass gegen Weiße. Gefundene Schriften und Facebook-Einträge deuten auch darauf hin, dass Johnson Sympathien für afro-nationalistische Ideen und schwarze Extremistengruppen hatte.

Der 25-Jährige war früher Heeresreservist und wurde Ende 2013 in Afghanistan eingesetzt, allerdings nicht in Kämpfen. Mehreren Medienberichten zufolge wurde er nach dem Vorwurf der sexuellen Belästigung einer Soldatin vorzeitig zurück nach Hause geschickt.

Landesweite Proteste gegen Polizeigewalt

Entschieden verteidigte Brown den Einsatz eines Roboters mit einer Bombe zur gezielten Tötung des Schützen. Es habe keine andere Wahl gegeben, den Schützen auszuschalten, ohne weitere Polizisten "in ernste Gefahr zu bringen". Brown sagte: "Ich würde es unter den gleichen Umständen wieder tun."

In zahlreichen US-Städten gingen wieder Tausende Menschen gegen Polizeigewalt auf die Straße. In St. Paul im Bundesstaat Minnesota wurden Polizisten mit Steinen, Böllern und Molotowcocktails beworfen und fünf von ihnen verletzt.

Präsident Barack Obama beschwor die Einheit der Nation und rief seine Landsleute auf, nach vorn zu blicken. Den Polizistenmörder bezeichnete er als «verrückten» Einzeltäter. Obama will Anfang der Woche nach Dallas reisen. Er verkürzte deshalb einen Spanienbesuch im Anschluss an den Nato-Gipfel in Warschau.

Stimmung bleibt angespannt

Die Stimmung blieb vielerorts angespannt,. Dabei wuchs auch die Sorge, dass es zu weiterer Gewalt kommen könnte. In Dallas schreckte am Samstagabend ein neuer Sicherheitsalarm Polizei und Bewohner auf. Ein Teil des Polizeihauptquartiers wurde abgesperrt und nach einer «verdächtigen Person» gesucht, später folgte Entwarnung.

Im texanischen San Antonio wurden anscheinend mehrere Schüsse auf das Polizeihauptquartier im Stadtzentrum abgefeuert. Polizisten zufolge wurde das Gebäude getroffen und mindestens eine Patronenhülse gefunden, wie der örtliche Sender KSAT berichtete. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden.

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