Huffpost Germany

Antisemitismus-Streit in der AfD: Meuthen fürchtet Zerfall seiner Partei

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MEUTHEN
Meuthen fürchtet einen Zerfall der AfD. | Wolfgang Rattay / Reuters
Drucken
  • Jörg Meuthen warnt nach dem Antisemitismus-Streit vor einem Zerfall der AfD
  • Um die Partei nicht zu ruinieren, müssten Frauke Petry und er "pragmatisch zusammenarbeiten"
  • Die SPD hingegen hofft, dass die AfD durch weitere Querelen 2017 den Einzug in den Bundestag verpasst

Nach den turbulenten Tagen rund um die Fraktion der AfD im Stuttgarter Landtag warnt Jörg Meuthen vor dem Zerfall seiner Partei: "Wir befinden uns in einer schwierigen Situation. Es ist eine existenzielle Frage, ob es uns gelingt, uns glaubhaft von Extremismus und Antisemitismus abzugrenzen", sagte der AfD-Bundesvorsitzende dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Würde der Partei dies gelange, seien Wahlergebnisse von 20 Prozent plus X realistisch. Er forderte seine Co-Vorsitzende Frauke Petry zur Geschlossenheit auf: "Frau Petry und ich müssen uns nicht lieben, aber wir müssen pragmatisch zusammenarbeiten."

AfD voll mit "schwierigen Persönlichkeitsstrukturen"

Es gehe in den zuletzt ausgetragenen Streitigkeiten nicht um unüberwindbare Dinge, erklärte der AfD-Bundesvorsitzende. "Vieles wurzelt eher in schwierigen Persönlichkeitsstrukturen. Deshalb müssen wir bereit sein, uns zurückzunehmen. Das gilt auch für mich."

Meuthen hatte vor wenigen Tagen nach der Antisemitismus-Debatte um den umstrittenen Abgeordneten Wolfgang Gedeon die AfD-Fraktion in Stuttgart verlassen. Zusammen mit zwölf weiteren Abgeordneten gründete er daraufhin die Fraktion "Alternative für Baden-Württemberg".

"Dort regiert der Spaltpilz und das Chaos"

Nach den internen Querelen setzt SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann auf ein Scheitern der rechtspopulistischen Partei bei der Bundestagswahl 2017. "Im Moment entlarvt sich diese Partei als politikunfähig, dort regiert der Spaltpilz und das Chaos", sagte Oppermann dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Trotz aktuell hoher Umfragewerte halte er es nicht für ausgemacht, dass die AfD in den Bundestag einziehen werde. "Auch AfD-Anhänger wollen solche Leute nicht im Bundestag", erklärte Oppermann.

Auch auf HuffPost:

Frauke Petrys Ex-Lehrer: Warum ich sie nicht mehr sehen will

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-09-1468043190-9784650-2016060214648668675342179HUFFPOST3.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(lk)