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Eskalation linker Gewalt in Berlin: Demo endet mit mehreren Verletzten und Festnahmen

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KRAWALLE
Am Samstagabend ist eine Demo von Linksautonomen in Berlin eskaliert. | dpa
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  • In Berlin ist eine Demo von Linksautonomen am Samstagabend eskaliert
  • 1800 Polizisten waren im Einsatz, es gab mehrere Verletzte
  • Der Berliner Senat hat keine L├Âsung f├╝r die zunehmende Gewalt von Links

Die fr├╝her ├╝blichen Gewaltausbr├╝che am 1. Mai haben der Berliner Senat und die Polizei inzwischen weitgehend unterbunden. Nun aber kommt es immer h├Ąufiger bei anderen Anl├Ąssen zu Zusammenst├Â├čen zwischen Linksradikalen und Beamten.

Am Samstag ist der Streit um eine Stra├če eskaliert, in der Linksautonome wohnen. Eine Demonstration endete am Abend mit Krawallen mit mehreren Verletzten und Festnahmen.

Wiederholt griffen Randalierer Polizisten mit Steinen, Flaschenw├╝rfen und B├Âllern an. Die Gewerkschaft der Polizei sprach in einem Tweet von 123 verletzten Beamten. Sanit├Ąter mussten auch blutende Demonstranten behandeln.

Es flogen B├Âller und Silvesterraketen

Schaufensterscheiben gingen zu Bruch, Polizeiautos wurden besch├Ądigt. Der Schwerpunkt der Krawalle lag in Berlin-Friedrichshain, aber auch in Nachbarstadtteilen war die Polizei im Einsatz.

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(1800 Polizisten waren am Samstagabend in Berlin im Einsatz; Bild: dpa)

Demonstranten warfen B├Âller und feuerten Silvesterraketen ab. Polizisten spr├╝hten Reizgas auf Angreifer. Die Polizei nahm w├Ąhrend der Demonstration und danach mutma├čliche Randalierer fest, wie ein Polizeisprecher sagte. Genaue Zahlen dazu sollten am Sonntag ver├Âffentlicht werden.

Die Polizei wollte auch w├Ąhrend der ganzen Nacht in Friedrichshain und Kreuzberg pr├Ąsent sein, um Zerst├Ârungen und Brandanschl├Ąge auf Autos m├Âglichst zu verhindern. Dennoch brannten in mehreren Stadtteilen erneut Autos.

Linksautonome wehren sich gegen die Poliziepr├Ąsenz in dem Viertel

Die Demonstration richtete sich gegen Polizeieins├Ątze und die seit l├Ąngerem andauernde Polizeipr├Ąsenz in und vor einem von Autonomen bewohntem Haus in der Rigaer Stra├če.

An der Demonstration hatten sich nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen beteiligt. In den vergangenen Wochen hatte es Aufrufe zu Gewalt und Stra├čenschlachten gegeben.

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(Die Linksautonomen wehren sich gegen die Polizeipr├Ąsenz in ihrer Stra├če; Bild: dpa)

Der Berliner Senat aus SPD und CDU muss nun kl├Ąren, wie er mit dem Konflikt um die Rigaer Stra├če weiter umgeht. Der Regierende B├╝rgermeister Michael M├╝ller (SPD) sowie Gr├╝ne, Linke und Piraten hatten Innensenator Frank Henkel (CDU) aufgefordert, Gespr├Ąche mit dem gewaltfernen Teil der Szene und Nachbarn in der Rigaer Stra├če zu f├╝hren.

Auch die Anwohner fordern einen Runden Tisch aller Beteiligten, um die Probleme zu l├Âsen. Henkel und die CDU hatten das bisher mit Verweis auf die Gewaltbereitschaft der linksradikalen Szene abgelehnt.

In der Rigaer Stra├če kam es schon mehrfach zu Auseinandersetzungen

In den vergangenen Monaten hatten unter anderem ein gro├čer Polizeieinsatz im Januar und die R├Ąumung einiger Bereiche in dem Haus Rigaer Stra├če Nr. 94 am 22. Juni in der linksradikalen Szene f├╝r Aufruhr gesorgt. Die Polizei wollte damit auch gegen die wiederkehrenden Angriffe auf ihre Kr├Ąfte in der Stra├če vorgehen.

Als Reaktion gibt es seit Wochen fast in jeder Nacht Brandanschl├Ąge auf Autos, die Extremisten zugeschrieben werden. Die Polizei steht seit dem 22. Juni vor dem Haus und richtete k├╝rzlich eine eigene Ermittlungsgruppe ein, um die T├Ąter zu fassen.

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(Linke Gewalt ist in den Medien weit weniger vertreten als rechte Gewalt; Bild: dpa)

Nicht nur Senat und Polizei stehen in der Kritik, keine L├Âsung f├╝r das Problem der linkextremen Gewalt zu finden. Hugo M├╝ller-Vogg, ehemaliger Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", rief k├╝rzlich in einem Gastbeitrag f├╝r die Huffington Post die Medien dazu auf, umfassender ├╝ber linke Gewalt zu berichten.

Vorwurf: Medien verharmlosen linke Gewalt gegen├╝ber rechter

Er warf den deutschen Medien vor, den Anstieg rechter Gewalt in den Vordergrund zu r├╝cken und linke Gewalttaten zu verharmlosen. "Der Anstieg der rechtsextremistischen Taten wird in den meisten Redaktionen offenbar f├╝r gef├Ąhrlicher und verdammungsw├╝rdiger angesehen als die wachsende Gewalt von Linksau├čen", schreibt M├╝ller-Vogg darin

Dabei werde mehr oder weniger unterschlagen, dass es am ganz linken Rand viel mehr politisch motivierte Gewalt gebe als am ganz rechten.

Der Publizist verwies auf Daten aus dem Verfassungsschutzbericht, die sich, so die Kritik, in der Berichterstattung nur unvollst├Ąndig niedergeschlagen h├Ątten.

"So ist die Zahl der rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten 2015 auf 1.408 (2014: 990) angestiegen, also um 42 Prozent", schreibt er. "Die linksextremistisch motivierten Gewalttaten stiegen von 995 auf 1.608, also um 62 Prozent."

mit Material von dpa

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