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Ein Smartphone für 3,35 Euro – das kann es

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Was können wir vom 4-Euro-Smartphone lernen? | Tara Moore via Getty Images
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Freedom 251 heißt das Smartphone, um das sich Kunden in Indien momentan reißen. Der Grund: Das Produkt der bisher unbekannten Marke Ringing Bells kostet keine vier Euro.

Für einen unglaublichen Preis von 251 indischen Rupien - umgerechnet 3,35 Euro - sollen Kunden ein Smartphone geboten bekommen, das all das bieten soll, was berühmte Konkurrenzprodukte ausmacht - nur eben hundertfach günstiger.

freemdom 251

Das Billig-Smartphone verfügt über ein Vier-Zoll-Display, Selfie- und Rückseitenkamera, ein Gigabyte Arbeitsspeicher und Vierkern-Prozessor, W-Lan-Schnittstelle und einen Akku der 100 Stunden halten soll. Ein Jahr Garantie gibt's obendrauf, erfährt man auf der Website des Unternehmens.

Ein Geschäftsmodell zwischen Mut und Wahnsinn

Damit kann das Handy zwar nicht mit den neuesten Modellen von Apple, Samsung und Co. mithalten – ein brauchbares Smartphone für diesen Preis scheint trotzdem beeindruckend.

Doch wie kann man mit eben diesem Preis Gewinne erzielen?

Der Mann hinter dem Wunder-Smartphone heißt Mohit Goel. Sein Geschäftsmodell scheint genauso mutig, wie wahnsinnig: Denn pro verkauftem Smartphone macht sein Unternehmen einige hundert Rupien Verlust.

200.000 verkaufte Modelle

Goel erhoffe sich Zuschüsse von der Regierung, um diesen Verlust wettzumachen, heißt es in internationalen Medienberichten. Auch Werbe- und Marketingdeals seien geplant, berichtet die FAZ (Samstag).

Ob dieser Plan aufgeht, wird sich zeigen. Das junge Unternehmen nämlich steht noch ganz am Anfang. Erst 200.000 Modelle des Freedom 251 wären bisher verkauft worden, berichtet der "Business Standard".

Doch das liegt wohl nicht an fehlender Nachfrage: Laut eigener Aussage hätten über 70 Millionen Menschen versucht, das Billig-Smartphone zu ergattern, berichtet die FAZ weiter. Die ersten Modelle seien deshalb an ausgeloste Benutzer verkauft worden.

Ein seriöses Angebot?

Informationen darüber, wie seriös das Angebot in der Praxis ist, gibt es bisher kaum. Auch über die Hintergründe der Produktion - und etwa die Arbeitsbedingungen für die Menschen, die das wohl günstigste Smartphone der Welt herstellen - ist noch wenig bekannt.

Falls das Billig-Smartphone halten sollte, was es verspricht, würde sich trotzdem die Frage stellen, ob und was westliche Konzerne womöglich von Goel lernen können.

"Lernen mit weniger mehr zu tun"

"Jugaad Innovation" (auf deutsch etwa: "Einfallsreichtums-Innovation") nennt der amerikanische Innovationsforscher Navi Radjou den Trend, von dem westliche Unternehmen in Zukunft profitieren könnten.

Damit beschreibt er die Kunst erfolgreicher Konzerne in Schwellenländern, einen Mangel an Ressourcen und Kapital für sich zu nutzen, anstatt diese als Hindernis zu sehen, erklärte der Forscher im Interview mit "WiWo".

Durch innovative Unternehmer in Schwellenländern könnten eben auch hiesige Konzerne lernen mit "weniger mehr zu tun", so Radjou.

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2016-07-09-1468043190-9784650-2016060214648668675342179HUFFPOST3.jpgHier geht es zum Umfrage.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

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Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

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In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.

So schont ihr euer Smartphone: Diese alltäglichen Fehler schädigen deinen Akku, ohne dass du es merkst