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Meeresbiologe warnt vor tödlicher Gefahr am Ostseestrand

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OSTSEE
Touristen nutzen das hochsommerliche Wetter am Strand im Seebad Zinnowitz auf der Insel Usedom zum Baden und Sonnen. | dpa
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Ein Spaziergang am Ostseestrand soll vor allem entspannen. Wer Glück hat, findet dabei auch noch Bernsteine.

Die durchsichtigen Überreste von prähistorischem Harz sind bei Sammlern weltweit beliebt. Doch wie der Meeresbiologe Sven Koschinski jetzt in einem Interview mit dem "Spiegel" erklärt, kann so ein Spaziergang böse enden.

Koschinski warnt davor, dass sich Ostseeurlauber versehentlich Munition aus dem Zweiten Weltkrieg in die Hose stecken. Die Gefahr illustriert der Forscher mit einem drastischen Fall. "Vor einiger Zeit steckte sich ein Fossiliensammler vermeintlich einen kleinen braunen Stein in die Hosentasche. Plötzlich schlugen gelbe Flammen aus seiner Hose."

"Er riss sich die brennenden Kleider vom Leib"

Der Mann hatte aus Versehen ein Stück weißen Phosphor aufgelesen. Phosphorbomben werden aktuell immer noch als Kriegswaffe eingesetzt, unter anderem in Syrien. An der Ostsee finden sich Reste von britischen Bomben.

Der Mann lief daraufhin ins Wasser und riss sich die brennenden Kleider vom Leib. Er lag mehr als einen Monat im Krankenhaus, überlebte aber mit schweren Verbrennungen.

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Fälle von Phosphor-Unfällen an der Ostsee bekannt.

bernsteine
(Bernsteine vom Ostseestrand. Rund 6 Millionen Deutsche verbringen pro Jahr ihren Urlaub an der Ostsee.)

Der Phosphor entzündet sich an der Körperwärme des Menschen, erklärt Koschinski im "Spiegel". Einmal entflammt, wird das Material mehr als 1000 Grad heiß, schmilzt und brennt sich in die Haut.

"Bernsteine gehören in eine Blechdose"

Weitere Gefahren stellen laut Koschinski "Treibladungspulverstangen" dar und der Marinesprengstoff "Schießwolle 39". Sammler könnten sie leicht mit Fossilien oder Steinen verwechseln.

Der Rat des Experten: "Man sollte tatsächlich nicht alles anfassen, was einem interessant erscheint; vermeintliche Bernsteine gehören in eine Blechdose."

In NRW warnte zuletzt der Kampfmittelräumdienst nach dem Rheinhochwasser Steinesammler, dass Phosphorklumpen an den Ufern zurückbleiben könnten.

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