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Brexit-Skandal: Mindestens 500 Stimmen wurden nicht gewertet

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BREXIT
Wurden hunderte Stimmen im Brexit-Referendum nicht gewertet? | Getty
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  • Mindestens 500 Briefwahlstimmen sollen im Brexit-Referendum nicht gewertet worden sein
  • Viele der übergangenen "Remain"-Wähler fordern nun ein neues Referendum
  • Eine Online-Petition, die von über vier Millionen Briten unterzeichnet wurde, wurde am heutigen Samstag von der Regierung abgelehnt

Im historischen Brexit-Referendum wurden wohl hunderte Wählerstimmen nicht gewertet. Das ergab eine Recherche der britischen Nachrichtenseite "The Independent".

Laut Informationen des Blatts sollen hunderte Briefwähler und mehrere in Großbritannien ansässige Wähler vom Wahlverfahren ausgeschlossen worden sein.

In über 500 Fällen sollen Wähler sich vor der von der Regierung vorgegebenen Deadline für die Briefwahl/ Wahl registriert haben, aber dann ihre Wahlunterlagen nicht rechtzeitig erhalten haben, um abzustimmen.

"Es könnte Tausende von uns geben"

Die betroffenen Wähler sollen in einem Dutzend Länder leben, unter anderem in Thailand, Australien, den USA und in Frankreich.

Viele der Betroffenen sollen für einen Verbleib der EU gestimmt haben. Sie fordern nun eine erneute Brexit-Abstimmung.

Spencer Wain, einer der Betroffenen, will nun an einer Sammelklage arbeiten, berichtet das Blatt weiter. "Es könnte tatsächlich Tausende wie mich geben, die vom aktiven Wahlrecht ausgeschlossen wurden", sagte er im Interview mit "The Independent".

Für die Verwaltung der Briefwähler waren in diesem Fall die örtlichen Behörden zuständig. Auf Nachfrage der Zeitung gaben einige Verspätungen zu, andere schoben die Schuld von sich, berichtet das Blatt.

Petition über neues Referendum wurde abgelehnt

Die Gruppe der übergangenen Briefwähler wäre weder die erste, noch die größte Gruppierung die Neu-Wahlen fordert.

Mehr als vier Millionen Briten wollen angesichts des knappen Ergebnisses beim EU-Referendum noch einmal abstimmen.

Eine offizielle Online-Petition an das Parlament in London knackte innerhalb kürzester Zeit die Millionenmarke. Bereits 100.000 Unterstützer reichen aus, damit das Parlament eine Debatte "in Betracht ziehen" muss, wie es auf der Webseite heißt.

Die Petition, die mittlerweile von über vier Millionen Briten unterschrieben worden war, wurde allerdings nun am Samstag von der Regierung abgelehnt.

In einem offiziellen Statement von Seiten der britischen Regierung hieß es, dass 33 Millionen Menschen ihre Meinung äußern konnten und "deren Entscheidung akzeptiert werden" müsse.

Die Unterzeichner hatten gefordert, dass es ein neues Referendum geben solle, wenn die Wahlbeteiligung unter 75 Prozent liegt oder weniger als 60 Prozent der Wähler für oder gegen den Brexit stimmen - beide Bedingungen treffen auf das Ergebnis des Referendums zu.

Online war die Petition bereits seit Ende Mai. Für das Referendum hatten sich insgesamt rund 46,5 Millionen Wähler registriert.

Mit Material von dpa

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