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Diese geheimnisvolle Bewegung befeuert den Judenhass unter deutschen Linken

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BDS
Diese geheimnisvolle Bewegung befeuert den Judenhass unter deutschen Linken | DPA
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  • Auch in Teilen der politischen Linken ist Antisemitismus verbreitet
  • Zunehmend an Einfluss gewinnt dabei Experten zufolge die BDS-Bewegung
  • Der Zentralrat der Juden warnt vor "altem Antisemitismus in neuem Gewand"

Sie schrien „Kindermörder“, „Söhne Hitlers“ und "Apartheidsschweine“. Viele Slogans, die die Teilnehmer der Kundgebung zum „Revolutionären 1. Mai“ in diesem Jahr riefen, richteten sich gegen den Staat Israel.

Kein Wunder: Denn auch der Berliner Ableger des massiv israelfeindlichen BDS hatte auf seiner Internetseite prominent zur Demo-Teilnahme aufgerufen.

In Deutschland ist die BDS-Bewegung bislang der breiten Öffentlichkeit komplett unbekannt. Doch Extremismus-Experten zufolge spielt die seit einigen Jahren vor allem in Berlin und dem Norden der Republik aktive Gruppierung eine entscheidende Rolle für das Wiederaufflammen des offenen Antisemitismus hierzulande.

Auch die Hamas soll zu den Unterstützern gehören

BDS – diese drei Buchstaben stehen für die Worte Boykott, Sanktionen und Desinvestitionen. Letzteres ist die Forderung, vorhandene ausländische Investitionen aus Israel abzuziehen.

Eine große Zahl palästinensischer Organisationen, insbesondere aus dem linken Spektrum, steht hinter dem seit Mitte des vergangenen Jahres in vielen westlichen Ländern aktiven BDS. „Doch auch der radikal-islamischen Hamas-nahe Organisationen gehören zu den Unterstützern“, erläutert Sebastian Mohr vom Internationalen Institut für Bildung, Sozial- und Antisemitismusforschung (IIBSA) im Gespräch mit der Huffington Post.

Der BDS sei „offen antisemitisch“, so Mohr. Fakt ist: Die Gruppierung wirft Israel vor, ein "Kolonial-und Apartheitsstaat" zu sein.

BDS bestreitet Existenzrecht Israels

Zudem behaupteten BDS-Sympathisanten, dass Israel eine ethnische Säuberung betreibe. „Sie scheuten im Zuge des Gaza-Krieges nicht einmal vor dem Begriff des Genozids zurück“, sagt Mohr.
 
Bei vielen in Deutschland lebenden Palästinensern, manchen deutschen Linken aber auch bei einzelnen hier beheimateten Juden hat die zwielichtige Gruppierung Anhänger. Manche Sympathisanten lehnen nur die israelische Siedlungspolitik ab, doch viele wünschen sich offenbar die Zerstörung des Judenstaats. Auch der BDS-Begründer, Omar Barghouti, erklärt ganz offen, dass das Ziel nicht zwei Staaten seien.

Boykott der israelischen Wirtschaft

Es gehe nicht um eine sachliche Kritik an der Politik Israels, sagt Mohr. Der BDS wolle die Zusammenarbeit von Deutschen oder Palästinensern und Israelis etwa in der Wissenschaft, Wirtschaft oder auch bei Arbeitnehmervertretern verhindern.

Vereinzelt schrecken BDS-Aktivisten nicht einmal vor Gewalt zurück. In den USA gab sogar Übergriffe auf Juden durch BDS-Gruppierungen.

Experten wie Mohr zufolge gibt es im BDS neben linken auch starke arabisch-nationalistisch geprägte Strömungen. Die Forderungen des BDS könnten zum Teil jedoch auch aus der NPD kommen. In Bremen und anderen Städten rief der BDS zum Boykott israelischer Produkte auf. Der Schritt zum Nazi-Slogan „Kauft nicht bei Juden“ ist da nicht weit.

Zentralrat der Juden: "BDS trägt eindeutig antisemitische Züge"

„Die BDS-Bewegung trägt eindeutig antisemitische Züge“, sagt auch eine Sprecherin des Zentralrats der Juden auf Anfrage der Huffington Post. Es gehe „hier nicht um eine sachliche Auseinandersetzung mit der israelischen Regierungspolitik“. Vielmehr werde Israel insgesamt als Staat in Frage gestellt und delegitimiert. „Das ist weltweit einzigartig in dieser Form“, so die Sprecherin.

Für sie ist klar: „Die diffamierende BDS-Kampagne“ diene nicht der Lösung des Nahostkonflikts, sondern schüre ungehindert Hass und verbaue so den Weg zum Frieden. „Alter Antisemitismus in neuem Gewand – das ist der Kern der BDS-Bewegung.“

Der Berliner BDS war für eine Stellungnahme der Huffington Post nicht erreichbar. Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ verteidigte ein Aktivist die Bewegung jüngst jedoch: „BDS steht für Gewaltfreiheit, steht für friedliche Lösungen und für gleiche Rechte für alle“, sagte er dem Reporter.

Boykott sei „eine Form des Dialogs“, so der Aktivist - wenn dem so ist, wäre es ein sehr einsamer.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

(glm)