Huffpost Germany

Wie Martin Schulz und Jean Claude Juncker die EU verändern wollen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SCHULZ JUNCKER
European Commission President Luxembourg Jean-Claude Juncker (R) talks to European Parliament President Martin Schulz as he arrives to address the European Parliament to present a plan on growth, jobs and investment, in Strasbourg, November 26, 2014. Juncker presented a plan on Wednesday to leverage some 300 billion euros ($375 billion) of largely private new investment in the European Union, saying it was time to kick-start growth without adding to public debt. REUTERS/Vincent Kessler (FRANCE | Vincent Kessler / Reuters
Drucken
  • Martin Schulz und Jean-Claude Juncker teilen eine gemeinsame Langzeitvision für Europa
  • Mit der Nachricht des Brexit gingen die beiden Politiker dagegen unterschiedlich um

Der Brexit war auch für die Männer an der Spitze der EU ein Schock. In einem überraschend ehrlichen Interview im "Spiegel“ sprechen Martin Schulz, Präsident des EU-Parlaments, und Jean-Claude Juncker, EU-Kommissionspräsident, jetzt darüber, wie sie den Ausgang des britischen EU-Referendums erlebt haben – und wie sie sich die Zukunft Europas vorstellen.

Während Schulz erklärte, ihn habe die Entscheidung der Briten überrumpelt, verriet Juncker: "Ich hatte auf Brexit getippt“. Beide sind sich einig: Der britische EU-Austritt dürfe nicht zur Hängepartie werden.

Schulz: David Cameron ist Schuld am Brexit

Schuld am Brexit trügen die britischen Konservativen, sagte SPD-Politiker Schulz. David Cameron habe das Referendum angesetzt, um seinen Posten zu sichern. Jetzt würden die Brexit-Befürworter die Verhandlungen verschleppen.

Schulz verteidigte seine Pläne, die EU langfristig neu zu strukturieren. Dafür schwebe dem Parlamentspräsident eine Zwei-Kammer-Lösung vor, ähnlich dem deutschen Bundestag und Bundesrat. Zudem solle die EU-Kommission eher funktionieren, wie eine richtige europäische Regierung.

Mit dem Vorschlag plädiert Schulz für eine deutliche Vertiefung der EU, die von vielen euroskeptischen Kräften in Europa kritisch gesehen wird.

Schulz betonte, man müsse verhindern, dass Kräfte in der EU "der na­tio­na­len Po­li­tik ge­ne­rell Vor­rang vor ei­nem ge­mein­sa­men eu­ro­päi­schen Vor­ge­hen ver­schaf­fen wol­len".

Passend zum Thema: In diesen 8 EU-Staaten könnte der Brexit eine gefährliche Kettenreaktion auslösen

Juncker: EU nicht auf Kosten der Nationen stärken

Juncker bezeichnete die Pläne des Parlamentspräsidenten als "in sich schlüssig“, betonte aber auch, dass diese ein Langzeitprojekt seien, für das es nötig sei, die europäischen Verträge zu ändern.

Ohnehin sei es nicht im Interesse Junckers, "die Europäische Union gegen die europäischen Nationen“ zu vertiefen.

Die Kritik an ihren Personen nähmen die beiden obersten EU-Politiker gelassen, betonten sie.

Schulz sagte im „Spiegel“: "Ich bin stolz darauf, dass mich Frau Le Pen in Frankreich bechimpft und Herr Wilders in den Niederlanden mich seinen Gegner nennt. (...) Wenn diese Leute mich nicht attackieren würden, hätte ich etwas falsch gemacht.“

Auch auf HuffPost:

So deutlich wie Martin Schulz hat noch kein deutscher Spitzenpolitiker Erdogan kritisiert


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder aus sozial schwachen Familien haben niemanden, der sich um ihre alltäglichen Sorgen kümmert. Ein Blick auf die Hausaufgaben, Konflikte mit Freunden - oder Gesundheitsprobleme: In dem Münchner Projekt Lichtblick Hasenbergl unterstützen Pädagogen junge Menschen bei all diesen Fragen. Hier erfahrt ihr mehr zu der Initiative.

In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.