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Nach EM-Halbfinale: Frankreichs Linken-Chef schickt Merkel eine zweideutige Botschaft

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MERKEL
Angela Merkel steht unter Beschuss. | dpa
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  • Frankreichs Linken-Chef Jean-Luc Mélenchon hat Angela Merkel scharf angegriffen
  • Er twitterte, dass Deutschland nicht mehr "unbesiegbar" sei
  • Die deutsche Wirtschaftspolitik in Europa kommt damit weiter unter Beschuss

Jean-Luc Mélenchon freute sich nach eigener Aussage "in Grund und Boden", nachdem Frankreich die Deutschen im EM-Halbfinale besiegt hatte. Mélenchon, muss man wissen, ist der Führer der extremen Linken in Frankreich.

Laut aktuellen Umfragen ist er der derzeit beliebteste Politiker bei Sozialdemokraten und Linken in Frankreich. Weit vor dem amtierenden Präsidenten François Hollande.

2017 wählen die Franzosen ein neues Staatsoberhaupt. Dann könnte Mélenchon in einem entscheidenden zweiten Wahlgang gegen den Konservativen Nicolas Sarkozy oder die Front-National-Chefin Marine Le Pen antreten - und vielleicht gar Präsident werden.

"Deutschland ist nicht mehr unbesiegbar"

Mélenchon könnte in Europa also bald einer der mächtigsten Politiker sein. Umso wichtiger ist, was er am Morgen nach dem EM-Spiel twitterte:

Mélenchon schrieb: "Was man aus dem Spiel lernen kann: Für diejenigen, die gewinnen wollen, gibt es keine unbesiegbaren Gegner." In den Tweet packte er ein Foto von Angela Merkel.

Mélenchon kritisiert Merkels Kurs seit Jahren

Für Mélenchon ist die deutsche Kanzlerin schon lange der Gegner Nummer 1 in Europa. Schon seit Jahren greift der Franzose die Kanzlerin für ihre Europa- und Austeritäts-Politik an. Besonders für ihren Umgang mit Griechenland in der Schuldenkrise attackierte er Merkel ausgiebig.

So sagte er bereits 2012, die Kanzlerin sei unnachgiebig im Umgang mit den vermeintlichen Underdogs in der EU. "Sie beharrt auf ihrem Kurs, auch wenn diese Politik zu einem Misserfolg führt", kritisierte er damals. 2015 widmete der Politiker ein ganzes Buch der deutschen Politik. Der Titel: "Bismarcks Hering (das deutsche Gift)".

Kürzlich wurde Mélenchon noch deutlicher: Berlin betreibe eine nationale Psychopathologie, die früher zu Krieg geführt hätte.

Brexit ändert die Machtverhältnisse in Europa

Für den Linken-Politiker ist klar: Deutschland muss endlich aufhören, andere Völker zu bevormunden. Zuletzt hatte er Merkel gar als Schuldige für einen sich abzeichnenden Zusammenbruch Europas ausgemacht.

"Es ist das Europa des Kapitals, das Europa der Deutschen, das scheitert", sagte der Präsidentschaftskandidat.

Der Tweet von Mélenchon fällt in eine Zeit, in der Deutschland im Bereich der Wirtschaftspolitik in Europa an Einfluss verliert. Denn wenn Großbritannien tatsächlich aus der EU austreten würde, könnten die Südeuropäer wieder mehr Gewicht erhalten. Und die machen schon seit Jahren gegen die deutsche Sparpolitik mobil.

Bisher schien es, als sei Angela Merkel auf europäischer Bühne "unbesiegbar". So wie die deutsche Nationalmannschaft in den Spielen gegen die Franzosen. Seit gestern Abend stimmt das nicht mehr.

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