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Studie zeigt: Deutsche sehen Zuwanderung zunehmend skeptisch

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REFUGEES WELCOME GERMANY
Studie zeigt: Deutsche sehen Willkommenskultur zunehmend skeptisch | ASSOCIATED PRESS
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  • Eine Studie der UniversitĂ€t Bielefeld hat die Einstellung der Deutschen zur Willkommenskultur untersucht
  • Mehr als 75 Prozent der Deutschen sind ĂŒberzeugt, jeder FlĂŒchtlinge habe das Recht auf ein besseres Leben
  • Dennoch sinkt die Akzeptanz gegenĂŒber Zuwanderern

Der Zuspruch zur Willkommenskultur hat in Deutschland nachgelassen. Nur noch 43 Prozent der Bevölkerung findet die "zunehmende Vielfalt“ in der Gesellschaft gut. Das ergab eine Studie der UniversitĂ€t Bielefeld.

Noch im vergangenen September hatten Bilder jubelnder Menschen, die FlĂŒchtlinge an deutschen Bahnhöfen willkommen heißen, international fĂŒr Aufsehen gesorgt. Mit dieser Euphorie ist es nun vorbei.

Kein PhÀnomen des rechten Rands

"Ressentiments gegen Zugewanderte sind lĂ€ngt nicht mehr nur am rechten Rand zu finden“, stellt die Stiftung Mercator fest, die das Forschungsprojekt unter Leitung des Sozialpsychologen Andreas Zick unterstĂŒtzt hat.

Dass sich die Stimmung in Deutschland gegenĂŒber FlĂŒchtlingen langsam verschlechtert, zeigt vor allem der Vergleich mit frĂŒheren Erhebungen. Noch vor zwei Jahren versicherten in der reprĂ€sentativen Umfrage 47 Prozent der Teilnehmer, sie freuten sich, dass Deutschland bunter werde.

Stimmung verschlechtert sich

Nur noch 43 Prozent aller Deutschen freuen sich heute darĂŒber, dass sich immer mehr Migranten in Deutschland zuhause fĂŒhlen. Vor zwei Jahren waren es noch fast 55 Prozent gewesen.

Die Einstellung der BundesbĂŒrger gegenĂŒber FlĂŒchtlingen ist ambivalent. Immerhin fast drei Viertel aller Deutschen sind der Meinung, dass jeder FlĂŒchtling ein Recht auf eine bessere Zukunft in Deutschland habe. Dabei dĂŒrfe auch die Religionszugehörigkeit der Asylsuchenden keine Rolle spielen, meinen fast 76 Prozent.

Aber: Über 30 Prozent der Deutschen sind der Meinung, FlĂŒchtlinge werden in ihrem Heimatland gar nicht verfolgt. Mehr als die HĂ€lfte der Teilnehmer gab an, die FlĂŒchtlinge sollten in ihre Heimat zurĂŒckgeschickt werden, sobald sich die Lage dort entspanne.

Mit Material der dpa.

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FlĂŒchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die FlĂŒchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstĂŒtzen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen FlĂŒchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig RettungskrĂ€fte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew fĂŒr Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der FlĂŒchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt FlĂŒchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjĂ€hrigen FlĂŒchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(ben)