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"Muss sich zurückziehen": Gauland gibt Petry die Schuld am AfD-Chaos

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ALEXANDER GAULAND
Alexander Gauland gibt Petry die Schuld an der Spaltung der Fraktion in Baden-Württemberg | Thomas Lohnes via Getty Images
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  • Der Streit in der AfD eskaliert
  • AfD-Vize Gauland gibt Petry die Schuld am Chaos in der Partei
  • Gauland gestand, die Texte von Wolfgang Gedeon nie gelesen zu haben


Parteivize Alexander Gauland
gibt der Vorsitzenden Frauke Petry die Schuld an der Aufspaltung der Fraktion in Baden-Württemberg. Der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen, der in Stuttgart jetzt eine neue Fraktion gegründet hat, habe sich dagegen einwandfrei verhalten, sagte Gauland der dpa.

Dass Petry diese Woche "unangemeldet" in Stuttgart aufgetaucht sei, sei "nicht zielführend" gewesen. Trotzdem werde er weiter mit ihr zusammenarbeiten, erklärte Gauland, der auch Vorsitzender der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag ist.

"Petry muss sich sofort aus Baden-Württemberg zurückziehen"

Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte Gauland: "Frauke Petry muss sich sofort aus Baden-Württemberg zurückziehen und nicht länger an Meuthen vorbei agieren."

Im Gespräch mit den "Ruhr Nachrichten" sagte er über Petry, es sei nicht klug, "sich ohne Kenntnis des Fraktionsvorsitzenden in den Streit eines fremden Landesverbandes einzumischen". So dürfe man nicht miteinander umgehen.

Die Aufspaltung der AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag ist aus Sicht von Gauland noch kein Indiz für einen Zerfall der Gesamtpartei. "Ich sehe keinen anderen Landesverband, in dem es diese Probleme gibt so wie in Baden-Württemberg", sagte Gauland der Deutschen Presse-Agentur.

AfD hätte bei Kandidaten-Wahl "genauer hinschauen müssen"

Gauland räumte in der "Passauer Neuen Presse" Fehler der AfD ein. So hätte man im Vorfeld der Kandidatur des inzwischen aus der Landtagsfraktion ausgetretenen Gedeon genauer prüfen und seine Schriften lesen müssen.

Gedeon hatte in einem seiner Bücher die "Protokolle der Weisen von Zion" herangezogen. Dabei handelt es sich um ein gefälschtes Buch, das einen angeblichen Plan der Juden für die Weltherrschaft beinhaltet. Auch die Nationalsozialisten nutzen das Buch, um gegen Juden zu hetzen und den Holocaust zu rechtfertigen.

Gedeon hält die Protokolle für echt und schrieb über das Buch: "Wer die Geschichte und Politik der letzten 100 Jahre betrachtet, muss konzedieren, dass viele der in den Protokollen aufgeführten Elemente und Praktiken schon tatsächlich umgesetzt wurden."

Gauland sagte: "Mir hat er auch einige Pamphlete zugeschickt. Ich habe sie aus Mangel an Zeit nicht gelesen. Das war ein Fehler." Die AfD werde bei der Aufstellung ihrer Kandidaten für die Bundestagswahl "genauer hinschauen müssen", sagte Gauland.

Mit Material der dpa

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(ben)