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Zecken: Wie gefährlich ist ein Zeckenbiss?

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IXODES RICINUS
Zecken können FSME und Borreliose übertragen - daher gilt es einen Biss von ihnen zu vermeiden | Henrik_L via Getty Images
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  • Zecken können FMSE und Borreliose übertragen
  • Bei Symptomen sollen Betroffene einen Arzt aufsuchen
  • So schützt ihr euch vor Zeckenbissen

Bei diesen warmen Temperaturen sind nicht nur Menschen in der Natur aktiv. Sondern auch Zecken. Besonders im Schatten der Wälder, wo sich die Feuchtigkeit gut hält, wartet der sogenannte Gemeine Holzbock auf seinen neuen Wirt. Er lässt sich nicht fallen, springt nicht - er hält sich einfach fest, wenn seine Beute ihn von seinem Grashalm abstreift. Im Notfall auch an einem Menschen.

Wo stechen Zecken am ehesten zu?

Zecken sollte man nicht unterschätzen. Sie beißen und stechen nicht einfach drauf los. Bis zu einer Stunde lang krabbeln sie über den Wirtskörper und suchen sich ein sicheres Plätzchen, an dem sie ihr Opfer nicht so leicht herausreißen kann.

Deshalb stechen die Tiere laut dem Robert-Koch-Institut vor allem am Kopf oder auch in den Kniekehlen oder Achseln zu. Auch unter dem Hosenbund oder der Armbanduhr fühlen sich die Tiere wohl sicher vor unserem Blick. Bis zu acht Tage lang saugt sich eine ausgewachsene Zecke dann mit dem Blut voll.

Borreliose - wie erkennt ihr die Krankheit?

Auf diesem Weg überträgt sie auch möglicherweise verschiedene Infektionskrankheiten. So zum Beispiel Borreliose. Diese von der Schildzecke übertragene Krankheit kommt laut dem RKI in ganz Deutschland vor. Die Diagnose ist nicht leicht, da die Beschwerden unterschiedlich und zu verschiedenen Zeitpunkten auftreten können.

Die Informationsseite Infektionsschutz.de nennt als relativ typisches Symptom die Wanderröte. Tage oder auch Wochen nach dem Biss entsteht sie an der Einstichstelle - bei Erwachsenen aber auch an den Beinen, bei Kindern oft an Kopf und Hals.

Die Hautrötung ist ringförmig und bis zu vier Zentimeter groß. Das Zentrum ist heller als der Rand. Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen können demnach ebenso auftreten.

Bei den Symptomen rät die Seite einen Arzt aufzusuchen. Mit einer frühen Einnahme von Antibiotika können Spätfolgen verhindert werden.

Borreliose-Erkrankte sind jedoch selbst nicht ansteckend, bilden aber auch keine Immunität gegen die Erreger und können daher auch später wieder an Borreliose erkranken. Man kann sich dagegen auch nicht impfen lassen.

Mehr Informationen bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hier

FSME - was sind die Symptome?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine andere von Zecken übertragene Krankheit und sollte nicht unterschätzt werden. Rund ein bis zwei Wochen nach dem Biss einer infizierten Zecke bekommt nahezu jeder Zweite grippeähnliche Symptome mit Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen.

Nach einer Beschwerde freien Zeit, die bis zu 20 Tage dauern kann, treten bei zehn bis 30 Prozent der Betroffenen wieder Fieberattacken auf. Dieses Mal mit neurologischen Beschwerden wie Lähmungen auf. Hirnhaut-, Hirn- und Hirnhautentzündung sowie Rückenmarksentzündungen können zudem auftreten. FSME kann nur symptomatisch behandelt werden - und zwar im Krankenhaus.

Das Gute: Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis könnt ihr euch impfen lassen.

Mehr hierzu erklären die Internisten im Netz auf ihrer Seite oder das RKI

FSME infizierten Zecken sind vor allem in Süddeutschland verbreitet. Eine Karte des RKI zeigt an, wo die Haupt-Epidemiegebiete liegen. Wichtig ist: Eine Zecke muss auch dort nicht unbedingt eine Krankheit übertragen.


Wie schützt man sich vor Zeckenbissen?

Trotzdem sollte sich jeder vor Zeckenbissen schützen. Besonders gefährdet sind Menschen, die viel in der Natur unterwegs sind - und zwar eher abseits der Wege. Kinder und Wanderer zum Beispiel. Mit langer Kleidung schützt ihr euch davor, dass die Zecke sich in kürzester Zeit festbeißt. Sind Hose und Shirts noch dazu hell, erkennt ihr die kleinen Tierchen nach dem Spaziergang auf dem Stoff sofort.

Zudem könnt ihr eure Haut mit Mückenschutz einreiben, die zum Beispiel auf Icaridin (Autan gibt es bei Amazon zu kaufen) oder DEET (Anti Brumm ist bei Amazon erhältlich) basieren. Solche Repellentien gibt es auch, um die Kleidung damit einzusprühen.

Zeckenschutz für Hunde: Die wichtigsten Tipps

Wie entfernt man eine Zecke?

Wenn sich ein Insekt doch an der Haut festgebissen hat, Ruhe bewahren und das Tierchen baldmöglichst herausziehen. Entfernt das Tier dazu mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument (eine sogenannte Zecken-Zange) direkt am Mundwerkzeug, also nah an der menschlichen Haut. Dabei solltet ihr darauf achten, alle Teile der Zecke entfernt sind, um Entzündungen zu vermeiden. Anschließend die Bissstelle desinfizieren.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit hat eine Bildergalerie mit Tipps zum Zecken-Entfernen erstellt

(lk)