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So sollte die EU nach Ansicht von Sarrazin auf den Brexit reagieren

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THILO SARRAZIN
(GERMANY OUT) Der rechte SPD-Populist Thilo Sarrazin stellte am Dienstag den 25. Februar 2014 sein umstrittenes Buch 'Der Neue Tugendterror - Ueber die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland' vor. Ca. 300 Menschen folgten im Potsdamer Nikolaisaal seinen Ausfuehrungen. Vor dem Veranstaltungsort protestierten ca. 100 Menschen gegen die ihrer Meinung nach rechten und rassistischen Thesen Sarrazins. 25.2.2014, Potsdam (Photo by Christian Ditsch/ullstein bild via Getty Images) | ullstein bild via Getty Images
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  • Skandal-Autor Thilo Sarrazin warnt in einem Gastbeitrag dafür, Großbritannien mit Handelsbarrieren für den Brexit zu bestrafen
  • Das würde die EU härter treffen als den Inselstaat, so Sarrazin
  • Stattdessen solle sich die EU auf jene Projekte konzentrieren, die funktionieren

Der umstrittene Autor Thilo Sarrazin ist der Ansicht, dass Großbritannien von einem Austritt aus der Europäischen Union langfristig profitieren wird. Das schreibt er ein einem Gastbeitrag für die "FAZ".

"Nach Abschluss der Verhandlungen und vollzogenem Austritt wird sich zeigen, dass Großbritannien mit den wirtschaftlichen Folgen durchaus leben kann", heißt es darin.

Briten empfinden die Zuwanderung aus der EU als zu hoch

Selbst wenn Finanzunternehmen mit einigen Tausend Mitarbeitern nach dem Brexit aus London wegziehen würden, wäre dies nicht entscheidend für den Standort. Stattdessen würde das Pfund unberührt bleiben von den ständigen Krisen des Euro. Der Brexit würde daher keine abschreckende Wirkung für andere Staaten entfalten, so Sarrazin.

Entscheidend für das Austritts-Votum sei die Zuwanderung aus der EU gewesen, die viele Briten als zu hoch empfänden. Daher würde auch der Konflikt um die Freizügigkeit von EU-Arbeitnehmern die Gespräche mit Großbritannien belasten.

"Für das Ergebnis der Austrittsverhandlungen sage ich deshalb voraus, dass Großbritannien nur dann weiter am Europäischen Wirtschaftsraum teilnehmen wird, wenn es die Zuwanderung aus der EU frei nach eigenen Präferenzen regeln kann", so der Autor.

Ein Aufbau von Handelsschranken gegenüber Großbritannien sei nicht hilfreich. "Man kann also den Zusammenhalt und die Stabilität in der Rest-EU nicht dadurch stärken, dass man zeigt, wie schlecht es den ausgetretenen Briten geht. Man muss vielmehr fragen, welche Fehlentwicklungen der EU den Austritt beförderten, und diese gezielt angehen", schreibt der ehemalige Finanzsenator in Berlin und Vorstand der Deutschen Bundesbank.

"Handelsbarrieren würden EU stärker treffen als Großbritannien"

Der Rest der EU solle daher nicht versuchen, Großbritannien für den Brexit zu bestrafen: "Behinderungen des Handels, zum Beispiel durch Zölle, würden die Rest-EU stärker treffen als Großbritannien."

Stattdessen solle die EU sich darauf besinnen, welche europäischen Projekte den Zusammenhalt gefördert haben und welche eher zu Spannungen geführt hätten.

Für die EU empfiehlt er eine Stärkung der funktionierenden Projekte: zum Beispiel die gemeinsame europäische Außenpolitik. "Wünschenswert wäre eine stärkere militärische Integration in der EU bis hin zu einer europäischen Armee."

Auch der gemeinsame Markt mit der Zollunion, dem Abbau von Handelsschranken und dem gemeinsamen Wettbewerbsrecht solle gestärkt werden. Als falsch nennt er die dagegen die Personenfreizügigkeit, das Schengen-Abkommen zum Wegfall von Grenzkontrollen und die Währungsunion.

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(lk)