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Dieser Mann stirbt bei jedem Terroranschlag – das steckt dahinter

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MEXICAN
Das Bild des Mannes bei der "New York Times" | Screenshot / NYT
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Es ist ein wiederkehrendes Muster: Nach Terroranschlägen und anderen Tragödien versuchen Medien in aller Welt mit Bildern der Opfer Emotionen bei den Lesern zu wecken.

Erst nach dem Anschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen machten wieder Bilder der 42 Todesopfer die Runde.

Mysteriös: Ein Mann, dessen Foto sich unter den vermeintlichen Opfern fand, soll schon beim Anschlag auf den Schwulenclub in Orlando im Juni gestorben sein. Ebenso beim Crash der EgyptAir-Maschine im Mai. Und bei verschiedenen anderen Tragödien. Wer ist der junge Mann, dessen Fotos immer wieder in Medien in aller Welt auftauchen, wenn es Todesopfer zu beklagen gibt?

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"France24" ist der Geschichte nachgegangen: Es handelt sich bei dem Mann um einen jungen Mexikaner. Angesprochen auf sein Foto sagte er: „Mein Foto ist überall, weil jemand angefangen hat, es im Internet zu verbreiten, nachdem wir einen Rechtsstreit hatten. Ich habe es nie der Polizei gemeldet, weil in Mexiko in solchen Fällen nie etwas passiert.“

Sogar die „New York Times“ veröffentlichte sein Foto in einem Video über die Opfer von Orlando. Jedes Mal machte es vorher in den sozialen Medien die Runde.

Wie auch nach dem Anschlag auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul am 28. Juni. Ein Nutzer schrieb bei Twitter unter einem Foto des Mannes: „Hilfe, mein Bruder Alfonso war am Flughafen und wir wissen nicht, was mit ihm passiert ist. Bitte helft uns.“

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Nach dem Absturz der EgyptAir-Maschine im Mittelmeer kursierte ein anderes Foto des Mexikaners bei Twitter. Dazu schrieb ein Nutzer: "Mein Bruder war in dem Flugzeug."

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Bei den Männern, die die Bilder veröffentlichten, handelt es sich stets um Mexikaner. France24 konnte eine der Personen, die das Foto immer wieder verbreiten, für eine Stellungnahme erreichen.

„Der Mann auf den Fotos war einmal unser Freund aber er hat uns um Geld geprellt. Wir haben ihn angeklagt, aber er hat uns das Geld immer noch nicht zurückgezahlt. Also versuchen wir ihn, durch die Verbreitung von Fotos von ihm zu bewegen, das Geld zurückzuzahlen. Wir wollen seinen Ruf ruinieren. Die ganze Welt soll sein Gesicht kennen.“

Es ist ein kruder Racheplan. Doch er scheint bisher aufzugehen.

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