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Islamforscherin warnt vor muslimischen Feiertagen in Deutschland

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EID AL FATR
Liberale Muslime fürchten die rechtspopulistische Gemeinde | dpa
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  • Ein muslimischer Feiertag in Deutschland ist nicht sinnvoll, warnt eine Islamforscherin
  • Er würde die Islamfeindlichkeit in Deutschland weiter anfachen

Am Ende des Ramadans feiern Muslime drei Tage lang Zuckerfest. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland Aiman Mazyek hat nun gefordert, dieses zum gesamtdeutschen Feiertag zu erheben.

Was auf den ersten Blick wie eine gute Idee zur Gleichstellung von Religionen klingt, könnte aber die Islamfeindlichkeit in Deutschland weiter befeuern. Davor jedenfalls warnt die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor in einem Interview mit dem SWR2.

Kaddor warnt, dass Rechtspopulisten den Feiertag für ihre Propaganda nutzen könnten. Sie würden ihre Chance nutzen und eine "schleichende Islamisierung" propagieren. Das Ungeheuerliche sei es, dass diese Rechtspopulisten "Gehör finden innerhalb unserer Gesellschaft".

Keine "Extrawurst" für Muslime

Dabei fühle sich ein Großteil der muslimischen Diaspora in Deutschland ansässig und ist ein Teil der deutschen Gesellschaft. Die Unterdrückung der Werte einer Minderheit schade nicht nur dieser, sondern auch der deutschen Vielfalt. Vielmehr sollten Akzeptanz und Toleranz anstelle von Rassismus und Abneigung das politische Bild in Deutschland prägen.

Außerdem könne ein islamischer Feiertag eigentlich sogar "einen Beitrag" zur Integration in Deutschland leisten, so die Islamwissenschaftlerin. Schließlich würde dies zu einer "friedvollen Gesellschaft" und einem "friedvollem Zusammenleben" führen.

Dafür appelliert die Wissenschaftlerin an die Regierung. Beispielsweise beim Integrationsgesetz hätte "man doch einen sehr viel größeren Wurf wagen können". Ein Einwanderungsministerium würde die Integration vorantreiben, zumal sich "das Gesellschaftsbild der Zukunft" vom heutigen sehr unterscheiden dürfte.

Zuckerfest in Deutschland

Einen Monat lang im Jahr fasten die Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Während des Fastenmonats Ramadan darf tagsüber weder getrunken noch gegessen werden. Nach Ramadan feiern die Muslime ausgiebig beim Zuckerfest mit Freunden und Familie.

Das Zuckerfest - auch Eid al-Fitr genannt - gehört für die muslimische Welt zu den wichtigsten Tagen im Jahr. Es ist vergleichbar mit dem Weihnachtsfest für die Christen.

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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder aus sozial schwachen Familien haben niemanden, der sich um ihre alltäglichen Sorgen kümmert. Ein Blick auf die Hausaufgaben, Konflikte mit Freunden - oder Gesundheitsprobleme: In dem Münchner Projekt Lichtblick Hasenbergl unterstützen Pädagogen junge Menschen bei all diesen Fragen. Hier erfahrt ihr mehr zu der Initiative.

In Ruanda haben 400.000 Kinder keine Chance auf einen Platz in der Schule; besonders Waisen und Mädchen sind benachteiligt. Das Projekt "Schulen für Afrika" von Unicef ermöglicht tausenden Kindern den Zugang zu Bildung. Hier könnt ihr die Initiative unterstützen.

Ein zuverlässiges Transportmittel kann für Menschen in einem Entwicklungsland alles verändern. World Bicycle Relief stattet Menschen in ländlichen Regionen Afrikas mit Fahrrädern aus und schenkt ihnen damit ein großes Stück Lebensqualität. Hier geht es weiter zu diesem faszinierenden Projekt.

(lp)