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Dieser Mann bittet: "Sagt mir nicht, dass ich ein toller Vater bin!"

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Doyin Richards ist ein ganz normaler Vater. Er bekommt des Öfteren Komplimente dafür, dass er sich liebevoll um seine Kinder kümmert.

Doch das ist völliger Schwachsinn, wie er unter dem Hashtag #ThisIsParenting (zu Deutsch: #DasIstElternsein) gesteht.

Wenn Väter wie Doyin Richards mit ihren Kindern im Restaurant sitzen und diese füttern oder bespaßen, damit sie nicht ungeduldig werden, kommt es manchmal vor, dass wildfremde Frauen sich zu ihm stellen und Dinge sagen, die ihn verwirren, wie er auf dem Portal "Babble" schreibt.

"Sie machen das hervorragend mit Ihrem Baby"

So, wie diese Frau, die zu ihm kam und sagte: "Entschuldigung, aber ich habe Sie beobachtet und muss Ihnen sagen, dass Sie einer der besten Väter sind, die ich je gesehen habe. Sie machen das so hervorragend mit Ihrem Baby."

Warum das beurteilen von Eltern in beiden Richtungen verboten sein sollte

Auf das spontane Kompliment reagierte Doyins Frau mit einem genervten Augenrollen. Zu Recht, wie er findet. Denn ganz ehrlich, was hatte er getan? Er hatte sich um sein Kind gekümmert, ganz normal eben.

Doch trotzdem war es dieser fremden Frau ein Bedürfnis, ihn dafür zu loben. Ebenso, wie sie wahrscheinlich das Bedürfnis gehabt hätte, ihn zu kritisieren, wenn er sein Kind im Restaurant angeschrien hätte.

Doyin findet: Wenn jemand einen Vater für seine elterlichen Fähigkeiten zu loben wolle, sollte derjenige sich zu allererst fragen: "Würde ich einer Mutter das Kompliment machen, wenn sie das Gleiche tun würde?"

Ist die Antwort Ja, freut er sich als Vater darüber. Lautet die Antwort Nein, dann sollten die Menschen es einfach bleiben lassen.

Frauen unsicherer

Frauen fühlen sich nachweislich sehr viel öfter unsicher in Fragen der Kindererziehung. Kein Wunder, wenn Männer dafür gelobt werden, wenn sie ihrem Kind eine Gabel mit Essen hinhalten, während die Mütter am Tisch vollkommen übergangen werden.

Für Doyin war klar, dass die Frau es gut gemeint hatte und er sich nichts darauf einbilden muss. Es gibt seiner Ansicht nach jedoch auch Männer, die solche Situationen zum Anlass nehmen, es ihren Frauen auf die Nase zu binden und genau das sei absolut falsch.

Das Video von Babble zeigt unter dem Hashtag #ThisIsParenting, wie unterschiedlich Eltern mit ihren Kindern umgehen und dass es nur einen richtigen Weg gibt, dein Kind zu erziehen: und zwar deinen eigenen.

Das ist es auch, was Doyin ausdrücken will, wenn er sagt: "Sagt mir nicht, dass ich ein toller Vater bin!" Das zu bemessen, ist nämlich nicht die Sache von Fremden, die in einem Restaurant eine ganz normale Eltern-Kind-Szene beobachten - sondern die der Familienmitglieder, die zusammen die Hochs und Tiefs des Alltags meistern und wissen, dass sie ihr Bestes füreinander geben.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

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(sk)