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London hat die passende Antwort auf die Hasswelle nach der Brexit-Abstimmung

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LONDON
Londoner protestieren gegen eine Welle des Hasses nach dem Brexit-Votum | Twitter
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  • Seit der Brexit-Referendum wird Großbritannien von einer Welle des Hasses gegenüber Ausländern heimgesucht
  • Viele Briten wollen dem nicht tatenlos zusehen
  • Londoner Bürger haben gegen die Hasswelle nun ein deutliches Zeichen gesetzt

Seit dem Brexit-Votum wird Großbritannien von einer Welle fremdenfeindlicher Taten heimgesucht. In den Medien häuften sich Berichte über Übergriffe und Angriffe gegen Zuwanderer. Doch die Londoner haben darauf eine passende Antwort gefunden.

Die Angriffe treffen nicht nur Menschen, die nicht weiß sind. Es sind vor allem auch Polen und damit EU-Einwanderer, die Opfer von Attacken werden. Das Brexit-Lager hatte sie im Wahlkampf unter anderem als Sozialschmarotzer verteufelt.

"Kein Platz für Hass"

In der Grafschaft Cambridgeshire zum Beispiel ermittelt die Polizei, weil Karten mit der Aufschrift "Raus aus der EU - kein polnisches Ungeziefer mehr" aufgetaucht sind. Der polnische Botschafter in London hat sich bereits eingeschaltet. In einer erschütternden Radiosendung flehte eine Deutsche angesichts des Hasses um Hilfe.

Die Polizei bestätigt, was die Berichte nahelegen. Seit dem Referendum vom vergangenen Donnerstag seien auf einer Internetseite für die Anzeige von sogenannter Hasskriminalität 57 Prozent mehr Vorfälle gemeldet worden als noch vor vier Wochen. Das ist keine valide nationale Statistik - aber sie alarmiert dennoch.

Gegen Angriffe dieser Art haben sich Londoner Bürger nun zusammengeschlossen. Unter dem Motto "Kein Platz für Hass" fanden am Montag Aktionen vor Londoner U-Bahn-Stationen statt.

Vor Haltestellen der Tube wie Brixton oder King’s Cross standen Gruppen von Menschen, die Blumen, Herzen und Sticker verteilten. Auch Informationsbroschüren, die erklärten, wie man Hassverbrechen melden können, wurden unter die Leute gebracht. Orgsanisatoren des Protests war die Gruppe London Citizens.

Ihr Motto "No place for hate" wurde zu einem Trend-Thema auf Twitter, nachdem Nutzer Bilder der Aktion auf dem Kurznachrichtendienst teilten.

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(lk)