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Eine 18-Jährige wollte in Afrika Menschen helfen, jetzt empört sich das ganze Netz über sie

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LINTON
Eine 18-Jährige wollte in Afrika Menschen helfen, jetzt empört sich das ganze Netz über sie | Twitter / Gettystock
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Was zählt, ist die idealistische Idee. Nach der Schule zieht es viele junge Menschen in ferne Länder, wo sie Freiwilligenarbeit leisten, der Umwelt oder den Menschen helfen.

So auch Louise Linton aus Kalifornien. Im Jahre 1999 – damals war sie 18 - reiste sie nach Sambia. So berichtet sie es zumindest. In ihrem Buch"In Congo’s Shadow“ schildert sie die traumatischen Zustände, die sie dort erlebte.

Oder erlebt haben will. Denn seitdem Linton einen Auszug aus ihrem Buch im britischen „Telegraph“ veröffentlichte, hagelt es scharfe Kritik an der jungen Autorin. Denn in dem Artikel beschreibt sie, wie der Kongolesische Bürgerkrieg über die Grenzen Sambias hinüberschwappte und sie zur "zentralen Figur“ einer Tragödie machte.

Viele Leser, insbesondere Menschen aus Sambia, zweifeln die Glaubwürdigkeit von Lintons Schilderungen an. Denn es gibt ein zentrales Problem: Der Hutu-Tutsi-Konflikt, der laut ihrer Schilderung aus Kongo nach Sambia übergriff, fand nicht in Kongo sondern in Ruanda statt. Das Land grenzt nicht an Sambia.

Doch das ist nicht alles: Die Leser sind auch erzürnt über die schrecklich egofixierte Darstellung der Autorin. Diese schreibt etwa:

„Ich habe versucht, nicht daran zu denken, was die Rebellen mit der ‚schlanken weißen Europäerin mit dem langen Engelshaar’ machen würden, wenn sie mich fänden. (...) Ich habe meine Augen zugekniffen und mich selbst gewundert, wie ich zu einer zentralen Figur dieser Horrorgeschichte werden konnte.“

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Die zentrale Figur eines Krieges, der 5,4 Millionen Menschenleben kostete, will Linton, die heute eine bekannte Schauspielerin ist, also gewesen sein. Bei Amazon strafen Kunden diese fatale Fehleinschätzung ab. Vielleicht war einfach ein bisschen zu viel Drama dabei, Ein Nutzer schrieb in den Rezensionen:

"Der Hutsi-Tutsi-Konflikt hat nie Sambia erreicht, es gibt dort auch keine 30cm-Spinnen und keinen Dschungel. Diese Frau ist eine sensationsgeile Lügnerin, die versucht Geld mit dem lächerlich engstirnigen Afrikabild des Westens zu machen.“

Bei Twitter geht nun sogar der Hashtag #LintonLies um. Internetnutzer werfen der blonden Schauspielerin vor, ihre dramatische Geschichte frei erfunden zu haben.

Linton hatte bei Twitter auf den Shitstorm reagiert und sich entschuldigt. Sie habe niemanden verletzen wollen. Mittlerweile hat sie ihr Profil scheinbar deaktiviert.

Viele nehmen die ganze Geschichte mit Humor. "Exklusives Bild von Louise Linton aus ihrer Zeit im Dschungel", twitterte diese Internetnutzerin etwa.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy