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RTL zeigt gestohlene Pornofotos zur Prime-Time - völlig unzensiert

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ZIETLOW
Sonja Zietlow moderierte die "Die 10 pikantesten Geschichten der Welt" | RTL
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RTL steht wieder einmal in der Schusslinie. In der Show "Die 10 pikantesten Geschichten der Welt" wurden Mitte Juni zumeist unzensierte pornografische Fotos gezeigt. Das heikle war aber nicht die Nackheit, sondern dass die Bilder gestohlen waren. Von einer Journalistin, die sich seit Jahren gegen die Veröffentlichung der Bilder wehrt.

2011 knackten Hacker das E-Mail-Postfach von Emma Holten, stahlen dort die Aufnahmen - und verbreiteten sie danach im Netz. Holten war geschockt, als sie die Bilder in dem Beitrag bei RTL jetzt wiedersah. "Ich habe den Beitrag gesehen. Ich fühle mich extrem missbraucht", sagte Holten der "Welt".

Moderiert hatte die Sendung Sonja Zietlow, die unter anderem durch "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" bekannt ist.

Holten: "Ich bin schockiert"

Nun will die 25-jährige Holten, wie die Welt berichtet, gegen RTL auch gerichtlich vorgehen. Die Fotos zeigen Holten als sie 17 Jahre alt war. Die Nacktfotos waren damals für ihren Freund bestimmt.

Holten hatte sich in den vergangenen Jahren öffentlich gegen Cybermobbing eingesetzt - unter anderem, indem sie bewusst Nacktfotos von sich im Internet veröffentlichte. Damit wollte sie auf den Unterschied hinweisen, wenn man die Kontrolle über eine Veröffentlichung hat oder auch nicht.

"Ich bin schockiert, dass RTL nicht versucht hat, mich zu kontaktieren, und die Bilder nicht verpixelt hat“, sagte Holten der "Welt" weiter. "Ich kann nicht fassen, dass sie Rachepornografie im Fernsehen gezeigt haben.“ Juristisch heikel ist es auch, die Fotos einer Minderjährigen zu zeigen.

RTL: "Haben einen Fehler gemacht"

RTL gibt inzwischen zu, dass der Sender in diesem Fall einen Fehler gemacht hat. Die "Welt" zitiert einen Sprecher des Senders mit den Worten: "Sie (Holten, Anm. d. Red) über das erneute Aufgreifen ihrer Geschichte in ‚Die 10…‘ im Juni 2016 nicht vorab informiert zu haben, war eindeutig ein Fehler von uns! Dafür haben wir uns bei ihr entschuldigt. Auch die Bebilderung des Beitrags mit einigen der sogenannten Rachebilder war ein klarer Fehler.“

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(lp)