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"Dekadenz, Perversion und Selbsthass": So geschmacklos wütet ein AfD-Politiker gegen Schwule

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RUDY
Thomas Rudy sorgt hetzt auf Facebook gegen Schwule und Lesben. | dpa
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  • Wieder gibt es einen schwulenfeindlichen Vorfall in der AfD
  • Diesmal findet sich auf dem Facebook-Profil eines thüringischen Landtagsabgeordneten Hetze gegen Teilnehmer des CSD

Fast eine Millionen Menschen hatten am Sonntag in Köln den Lesben-und Schwulentag CSD gefeiert. Der AfD-Politiker Thomas Rudy hat offensichtlich kein Verständnis, dass Menschen friedlich auf die Straße gehen, um gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu demonstrieren.

Auf dem Facebook-Profil des thüringischen Landtagsabgeordneten tauchte am Montag ein Eintrag auf, der massiv schwulenfeindlich ist.

In dem Facebook-Post heißt es:

"1 Million Leute kommen zum C-Day ! Was für ein Wahnsinn. Wo sind die Leute wenn es gegen diese irrsinnige Politik von Merkel und Co. geht? Frühsexualisierung unserer Kinder, Transgendervergewaltigung unserer Sprache und Sado-Maso-Schwule die ihre dunkelsten Phantasien in exhibitionistischer Weise öffentlich zur Schau stellen. Was ist bloß aus Deutschland geworden? Selbstachtung, Kultur und Stolz wurden gegen Dekadenz, Perversion und Selbsthass getauscht. Unsere Vorfahren würden sich in Grund und Boden für diesen Schandfleck schämen der einst das Land der Dichter und Denker war."

Rudy war bereits in der Vergangenheit aufgefallen. Im Oktober 2015 verbreitete der Politiker einen Datensatz der Neonazi-Partei "Der III. Weg", in dem tausende Flüchtlingsunterkünfte verzeichnet waren. Verbunden war der Post mit einem Aufruf, in Berlin im November 2015 gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung zu demonstrieren.

Moped mit Hakenkreuz geliked

Für seine Aktivitäten auf Facebook kassierte Rudy 2014 eine Strafanzeige. Er hatte auf Facebook ein Bild mit einem Moped mit Hakenkreuz mit einem "Gefällt mir" markiert.

Ob Rudy den Beitrag über den CSD selbst gepostet hat, ist nicht sicher. Am Ende des Beitrags findet sich der Name M.Seilers. Vielleicht handelt es sich dabei um einen Mitarbeiter von Rudy. Rudy war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er verteidigte den Beitrag aber auf seinem Facebookprofil.

Dass der Beitrag Konsequenzen haben wird, ist unwahrscheinlich. Vor kurzem forderte der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Gehlmann in Sachsen-Anhalt, dass man Homosexuelle ins Gefängnis stecken solle.

Die Reaktion der AfD-Oberen: War alles nicht so gemeint.

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