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Polizeigewerkschaft: Mehr Übergriffe in Bädern nicht nur in Düsseldorf

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SCHWIMMBAD
Übergriffe durch Männergruppen in Schwimmbädern sollen sich gehäuft haben. | DPA
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  • Die Düsseldorfer Polizei sprach in einer internen E-Mail von einem "enormen Anstieg" sexueller Übergriffe in Schwimmbädern
  • Der Chef der Polizeigewerkschaft geht davon aus, dass es einen solchen Anstieg nicht nur in Düsseldorf gibt

Ein Bericht der "Bild"-Zeitung löste Entsetzen aus. Demnach sprach die Düsseldorfer Polizei in einer internen E-Mail von einer "enormen Zunahme" von sexuellen Übergriffen in Schwimmbädern. Die Täter seien hauptsächlich Männergruppen von Zuwanderern.

Der Bericht wurde mittlerweile zwar von der Düsseldorfer Polizei in Teilen dementiert und auch die Schwimmbäder in der nordrhein-westfälischen Hauptstadt weisen einen deutlichen Anstieg zurück. Doch die Diskussion um das Thema ist voll entbrannt.

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, geht davon aus, dass es nicht nur in Düsseldorfer Badeanstalten zuletzt zu mehr Sexualstraftaten gekommen ist.

Wendt sagte nun "Focus Online": "Derartige Meldungen kennt man auch aus anderen Städten. Aber: Das hat es früher auch schon gegeben, nur hat sich jetzt deutlich verschärft."

Er glaubt, die Ursachen für die Zunahme der gemeldeten Delikte zu kennen. "Einerseits ist die Öffentlichkeit nun sensibilisiert und anderseits gibt es zwischen Zuwanderung und dem Anstieg der Fälle zumindest einen Verstärkungszusammenhang."

Fast jede zweite Tat von Zuwanderern begangen

Auch Zahlen aus Nordrhein-Westfalen zeigen, dass es offenbar überproportional viele Straftaten durch Migranten in den Badeanstalten gibt. Im größten Bundesland hat die Polizei laut einem Bericht der "Rheinischen Post" seit Jahresanfang 103 Strafanzeigen wegen Sexualdelikten in Badeanstalten aufgenommen. Bei 44 davon waren die Beschuldigten Zuwanderer.

Diese Zahlen nannte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD). Die Bädergesellschaften warnen der Zeitung zufolge aber vor Panikmache.

Die Aussagen der Polizei-Mail aus Düsseldorf müssen zudem relativiert werden. In dem Dokument hieß es, in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt würden "insbesondere die Tatbestände Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Kindern ins Gewicht fallen".

Gegenüber der "Welt" sagte ein Sprecher der Polizei jedoch, in Düsseldorf habe es "definitiv keine gemeldete Vergewaltigung von Kindern in Badeanstalten" gegeben.

Auch im Gespräch mit der "Rheinischen Post" relativiert die Polizei die Zunahme. Der Anstieg in Düsseldorf ist offenbar deutlich geringer als in dem "Bild"-Bericht gemutmaßt wird. Es gebe schlicht mehr Zuwanderer.Die Düsseldorfer Bäder äußern sich ähnlich.

Erfundener Übergriff in österreichischem Schwimmbad

Mitunter sind sexuelle Übergriffe durch Zuwanderer oder Flüchtlinge aber schlicht erfunden. Angeblich wurde etwa Ende Juni ein Mädchen in einer Umkleidekabine eines Schwimmbads in Niederösterreich von Migranten missbraucht. Eine Lüge, wie die Polizei mittlerweile herausgefunden hat.

Doch die Boulevardmedien hatten zu diesem Zeitpunkt längst ihr Urteil gefällt. Und das hatte Folgen: Aufgrund der Behauptungen war etwa in der betroffenen niederösterreichischen Gemeinde ein örtliches Badeverbot für Asylbewerber verhängt worden.

Und auch in Deutschland gab es bisher zahlreiche Fälle von angeblichen Missbräuchen, die sich im Nachhinein als unwahr herausgestellt hatten.

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(bp)