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Wie diese junge Frau es schaffen will, alle Privatautos aus einer Metropole zu verbannen

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Deutschland fördert die Verbreitung von Elektroautos und moderner Mobilität geradezu zögerlich. Das wird besonders im Vergleich mit anderen Ländern deutlich.

Eine Verkehrsplanerin hat nun gar vorgeschlagen, in einer Metropole Privatfahrzeuge einfach komplett zu verbieten.

Wer glaubt, es handele sich um Ambitionen im progressiven San Francisco oder gar im Silicon Valley, der irrt jedoch.

Helsinki - bald eine Stadt ohne Privatautos?

Tatsächlich kommt die Idee aus der finnischen Hauptstadt Helsinki. Dort hat sich die Verkehrsplanerin Sonja Heikkilä schon 2014 im Rahmen ihrer Masterarbeit ein Konzept für ein verkehrsfreies Helsinki ausgedacht.

Doch nur bei einer Abschlussarbeit sollte es nicht bleiben: Nach ihrem Studium arbeitete Heikkilä tatsächlich in der Stadtplanung Helsinkis und im Anschluss beim staatlichen Forschungsförderer Tekes.

Dort wurde aus ihrem Konzept ein konkreter Plan - bis 2025 alle Privatfahrzeuge aus Helsinki zu verbannen. 95 Prozent ihrer Zeit stünden Autos ohnehin auf dem Parkplatz, bemängelte Heikkilä schon Ende 2015 gegenüber “Spiegel Online”. Schon vergangenes Jahr wurde im Stadtteil Vallila getestet. Erst ein Jahr zuvor hatte die damalige Verkehrsministerin Henna Virkkunen Finnland zum “Testlabor” für neue Mobilität erklärt.

Heikkilä im Gespräch mit APTAtv (englischsprachig)

Das Konzept für Helsinki

Mit ihrem Konzept “Mobilität als Service” wären eigene Autos überflüssig: Statt sich selbst hinters Steuer zu klemmen, sollen Helsinkis Bewohner per App auf den Weg gebracht werden.

Klingt wie Uber, geht aber weiter: Statt nur Carsharing zu betreiben, soll die App je nach Strecke, Angebot, und Wetterlage auch autonome Elektroautos, Mietautos, Fahrräder, Busse und Bahnen vorschlagen.

Busse und Bahnen sollen übrigens kein festes Liniennetz mehr haben, sondern flexibel auf die Nachfrage reagieren. Und so wird aus Mobilität ein Rundum-Service statt einer persönlichen Angelegenheit.

Status-Symbol Auto soll an Bedeutung verlieren

Sofern die Bürger Helsinkis das auch unterstützen. Heikkilä jedenfalls glaubt an ihre Idee, zumal das Statussymbol Auto bei den nachrückenden Generationen an Strahlkraft verliert.

Und ob es nun nicht einmal mehr zehn, oder doch noch fünfzehn Jahre dauert, bis auf Helsinkis Straßen kein einziges Privatfahrzeug mehr unterwegs ist, ist ja eigentlich nebensächlich. Anders als so manche Tech-Metropole in Kalifornien haben sich die Finnen immerhin schon auf den Weg in eine fast autofreie Zukunft gemacht.

Oder wie es Heikkilä sagen würde: "Du wirst die Welt nie verändern, wenn du versuchst, dich anzupassen"


Werdet zum Umwelthelfer

Keine Frage: Das Umweltbewusstsein in unserem Land hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch gewandelt. Viele fragen sich allerdings: Wie kann ich wirklich effektiv helfen?

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(sk)