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„Die Autostadt ist tot": Deutscher Städte- und Gemeindebund will Autos per Gesetz aus Städten verbannen

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Schon bald könnten die Autos von deutschen Straßen verbannt sein, ginge es nach dem Städte- und Gemeindebund. | ispyfriend via Getty Images
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  • Der Deutsche Städte- und Gemeindebund will Autos per Gesetz aus der Stadt verdrängen
  • Stattdessen sollen bessere Bedingungen für Radfahrer geschaffen werden
  • Helsinki plant bereits an der autofreien Stadt

Keine Autos mehr in der Stadt, dafür Fahrräder en masse: Der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, will das Auto aus den Innenstädten verdrängen.

„Die Autostadt ist tot“, sagte er im Interview mit der „Welt“. „Die Fahrradstadt ist die Zukunft. Ich finde, man muss den Fahrradverkehr zu Lasten des individuellen Autoverkehrs privilegieren.“

Parkplatzpflicht für Fahrräder

Schon lange wird diskutiert, wie man die Feinstaubbelastung in den Städten und Ballungsgebieten senken kann. „Da muss man auch gesetzlich nachsteuern“, sagte Landsberg der Zeitung.

Seine Forderung: Neben einer Pflicht, für Autos ausreichend Parklplätze zu bauen, solle durch das Gesetz auch eine Stellplatzpflicht für Fahrräder bei Neubauten angeordnet werden können.

"Kampfradler" gegen Fußgänger

Die täglichen "Reibereien" zwischen Radfahrern und Fußgängern in den Städten begründete Landsberg mit der steigenden Zahl der Fahrradfahrer.

Landsberg schloss nicht aus, Fahrradfahrer mit strengeren Verkehrsregeln zu belegen. Das gelte insbesondere für "Kampfradler", über die sich die Fußgänger mitunter beschweren. Landsberg möchte allerdings nicht „die nächste Bürokratie" anfangen.

900 Fahrraddiebstähle pro Tag

Stattdessen müsse wirksamer gegen Fahrraddiebstähle vorgegangen werden. "Schätzungsweise werden pro Tag in Deutschland 900 Fahrräder geklaut. Das ist deutlich zu viel“, sagte Landsberg.

Die Industrie sei gefordert Wegfahrsperren oder andere Sicherungsmittel zu entwickeln. Gleichzeitig müsse das Angebot an sicheren Abstellplätzen erhöht werden.

Helsinki plant bereits autofreie Stadt

Die finnische Hauptstadt Helsinki arbeitet bereits ambitioniert daran, Autos aus der Stadt zu verbannen. Bis 2025 soll es soweit sein. Luftverschmutzungen möchten die Finnen so mittelfristig einen Riegel vorschieben.

Als Alternative zu den Privatfahrzeugen sollen die Bewohner per Smartphone-App einfach diejenige Transportverbindung wählen können, die ihnen in ihrer jeweiligen Situation am besten passt. Alle Transportmöglichkeiten werden in der App kombiniert.

Laut der Verkehrsplanerin Sonja Heikkilä sollen diese perfekt durchorganisiert sein, Wartezeiten und umständliche Bezahlsysteme passé. Noch handelt es sich aber nur um eine Vision – ob sie sich umsetzen lässt, bleibt ungewiss.

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