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Halbfinale EM 2016: Nach dem Sieg gegen Italien erreichten Löw gleich 4 Hiobsbotschaften

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Bundestrainer Jogi Löw hat Personalsorgen | Alexander Hassenstein via Getty Images
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  • Für das Halbfinale gegen Frankreich könnten bis zu vier wichtige Spieler ausfallen
  • Bundestrainer Jogi Löw muss die Nationalelf nun komplett umbauen

Nach dem Sieg gegen Italien setzte bei Bundestrainer Jogi Löw rasch die Ernüchterung ein. Gleich vier schlechte Nachrichten erreichten ihn. Für das Halbfinale gegen Frankreich (Donnerstag, 21 Uhr, ZDF) muss er die Mannschaft komplett umbauen.

Es scheint einzutreten, was Löw schon nach dem Spiel gegen Polen befürchtet hatte. Zu viele hart erkämpfte Siege belasten die Mannschaft und lassen wichtige Spielmacher ausfallen.

Gleich nach der ersten Viertelstunde des Spiels gegen Italien ging es los. Sami Khedira musste wegen einer Adduktorenverletzung schon in der 16. Minute vom Platz. Im Spiel gegen Frankreich wird er wahrscheinlich ausfallen. Eingewechselt wurde Kapitän Bastian Schweinsteiger.

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Auch Schweinsteiger kann der Trainer nicht mehr gegen Frankreich einplanen. Nach einem Schlag auf sein in diesem Jahr schon zweimal schwer lädiertes Knie hielt der Kapitän zwar bis zum Elfmeterschießen durch. Doch eine MRT-Untersuchung im Krankenhaus in Annecy brachte am Sonntag die Schock-Diagnose Außenbandzerrung. Nur noch eine Resthoffnung bleibt, dass der 31-Jährige im Turnier doch noch einmal ein paar Minuten auflaufen kann.

Gomez wird sicher ausfallen

Noch eine Schocknachricht kam in der zweiten Halbzeit. Mario Gomez wird sicher ausfallen. Der 30-Jährige ließ sich in der 72. Minute wegen Schmerzen im Oberschenkel auswechseln. Bei einer Untersuchung wurde ein Muskelfaserriss festgestellt. Der Angreifer traf gegen Nordirland und die Slowakei - jetzt ist die EM für ihn vorbei.

Auch Innenverteidiger Mats Hummels wird ausfallen. Er erhielt in der 90. Minute seine zweite Gelbe Karte. Die erste hatte er durch eine umstrittene Entscheidung des Schiedsrichters im Achtelfinale gegen die Slowakei bekommen. "Ist grenzwertig, wegen zwei solcher Szenen zu fehlen. Aber ich kann es nicht ändern. Ich glaube nicht, dass sie mich noch spielen lassen", sagte der Hummels nach dem Spiel im ZDF.

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Das Schicksal der Nationalelf liegt jetzt in den Händen von Ärzten und Physiotherapeuten. Doch wahrscheinlich muss Löw gegen Grande Nation mit einer Not-Elf auflaufen. "Es ist sehr bitter, wenn in der entscheidenden Phase des Turniers wichtige Spieler ausfallen", erklärte er nach den deprimierenden Diagnosen.

Die Sechs bereitet Löw Kopfzerbrechen

Plötzlich gibt es gleich drei Baustellen in der Nationalelf. Im Sturm muss ein Ersatz für den Leistungsträger Gomez her. Für ihn könnte Mario Götze einspringen. Doch er überzeugte in Frankreich bisher nicht. Auch Thomas Müller könnte einspringen - er enttäuschte eher bei dem hart erkämpften 0:0 gegen Polen und hat bei dieser EM noch kein Tor geschossen.

Besonderes Kopfzerbrechen dürfte Löw die Sechser-Position, das zentrale Mittelfeld, bereiten. Wer könnte für Khedira und Schweinsteiger einspringen? Mögliche Nachfolger wären Julian Weigl und Emre Can. Der letztere spielt auch in Liverpool auf der Sechs und wäre damit die naheliegendste Wahl. Doch beide hatten bei dieser EM noch keinen Einsatz.

Auch die Innenverteidigung muss umgebaut werden. Als Ersatz für Hummels könnten Shkodran Mustafi und Benedikt Höwedes einspringen.

Löw will sich heute ab 10.30 Uhr auf einer Pressekonferenz des DFB zu seinen Personalsorgen der Nationalelf äußern.

Mut macht ihm ausgerechnet der Trainer des Gegners. "Deutschland ist Deutschland, die beste Mannschaft in Europa und in der Welt. Deutschland hat so viel technische Qualität, angefangen beim Torwart", sagte Frankreichs Coach Didier Deschamps.

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(jkl)