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"Der Islam will uns zerstören": Wie Geert Wilders die Brexit-Debatte für seine krude Muslim-Hetze missbraucht

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GEERT WILDERS
Wilders möchte keine gläubigen Muslime in den Niederlanden haben. | dpa
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Der niederländische Politiker Geert Wilders ist einer der bekanntesten Rechtspopulisten in Europa. Sein Kernthema: der Islam.

Nach dem Brexit will Wilders nun mit seiner Ein-Mann-Partei auch in Holland für ein Referendum mobilisieren. Er sieht die Chance, die “nationale Souveränität” seines Landes zurückzuerhalten, sagt er im Interview mit dem “Spiegel”.

Während sich die Briten aber vor allem gegen Brüssel und die Zuwanderung von Migranten aus Osteuropa entschieden haben, ist Wilders Punkt ein anderer: Er möchte sein Land vor der vermeintlichen Islamisierung bewahren.

Dafür hat er absurde Pläne, die vor keiner Diskriminierung von Muslimen halt machen.

"In Dubai fährt die Polizei Lamborghini"

Für Wilders liegt eines der Problem darin, dass Muslime überhaupt nach Europa kommen. Seiner Ansicht nach müssen Saudi-Arabien und die Golfstaaten die Flüchtlinge aus muslimischen Ländern aufnehmen.

“In Dubai fährt die Polizei Lamborghini, und auch sonst sind diese Länder nicht arm. Saudi-Arabien und die Golf- Staaten sollten sich um diese Leute kümmern”, sagt Wilders.

Daher sei es die beste Lösung, die Leute aus Syrien, dem Jemen und Irak dorthin zu schicken, lautet seine Theorie.

"Meine Wähler möchte nicht noch mehr Asylanten"

Die Asylbewerber, die es bis in die Niederlande schaffen, seien laut Wilders gar keine Flüchtlinge: “Sie kamen bereits durch sechs oder sieben sichere Länder. Nach der Dublin- Regelung müssen sie in dem sicheren Staat bleiben, den sie zuerst erreichen.”

Für Wilders gibt es demnach nur einen Ausweg, um Holland zu schützen: “Ob Ihnen das gefällt oder nicht – ich will die niederländischen Grenzen schließen. Meine Wähler möchten nicht noch mehr Asylanten.”

Unter Asylanten versteht Wilders allerdings nicht Asylbewerber generell, sondern Muslime. Er “habe ja nichts gegen Kanadier oder Australier”.

Auch Muslime dürfen seiner Meinung nach “ein fantastisches Leben in Holland” haben, “solange die sich an die Gesetze halten und die Verfassung respektieren”. Was er im Interview nicht sagt: Sie müssten auch ihren Glauben aufgeben.

Wilders fordert Muslime dazu auf, ihren Glauben niederzulegen

Der Islam ist seit über zehn Jahren Wilders' politisches Kernthema. Seine Islamkritik basiert eigenen Worten zufolge auf der "Unmenschlichkeit“ der islamischen Lehre. “Moderate Muslime” fordert er deshalb immer wieder dazu auf, mit ihrem Glauben zu brechen und die “totalitäre Ideologie” zu verlassen.

“Der Islam ist keine Religion, sondern eine imperialistische Ideologie wie der Kommunismus oder der Faschismus”, sagt er nun im “Spiegel.

Muslime, die in den Niederlanden leben wollten, rief er bereits 2007 dazu auf, die Hälfte des Korans rauszureißen und wegzuwerfen, weil darin "schreckliche Dinge“ stünden. Ein Jahr später forderte er ein Verbot des Korans in der Niederlanden.

"Werde nicht aufhören, bis ich Freiheit erreicht habe"

“Der Islam will uns zerstören, und ich will das aufhalten”, fasst Wilders’ im “Spiegel” seine Position zusammen. Für seinen weiteren politischen Weg gebe es deshalb nur eine Richtung: “Ich werde nicht aufhören, gegen den Islam zu kämpfen, bis ich die Freiheit für unser Land erreicht habe.”

Wilders’ Ein-Mann-Partei PVV wurde bereits 2009 in einer Studie niederländischer Extremismusforscher des Instituts IVA als neo-rechtsextrem eingestuft.

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