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Ex-Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling macht in Bulgarien Jagd auf Flüchtlinge

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  • Ex-Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling hat offenbar eine neue Berufung gefunden
  • Zusammen mit einer Bürgerwehr macht sie in Bulgarien nun Jagd auf Flüchtlinge

Noch im Januar hetzte Tatjana Festerling als Pegida-Frontfrau auf Demonstrationen in Sachsen gegen Ausländer und schimpfte auf die Regierung und die "volksverratenden, volksverhetzenden Eliten“.

Inzwischen hat sie Deutschland verlassen und ihren Worten offenbar Taten folgen lassen. Sie hat sich einer Bürgerwehr angeschlossen und macht in den Wäldern Bulgariens Jagd auf Flüchtlinge. Ihr Facebook-Profilbild zeigt Festerling in Tarnuniform im Gras sitzend.




Andere Fotos zeigen sie in Gesellschaft von Männern in Sturmhauben. Sie gehören zu einer Patrouille der Bewegung "Bulgarian Military Veterans Union Vasil Levski", wie Festerling im Kommentar zu den Fotos schreibt.

Bürgerwehr will "illegale Einwanderer aufspüren und der Grenzpolizei übergeben"

Das seien "freie, unbewaffnete und vollkommen legale Helfer und Unterstützer der bulgarischen Grenzpolizei der Wälder“, erklärt sie. Die Bürgerwehr habe es sich zur Aufgabe gemacht, "illegale Einwanderer aufzuspüren und der Grenzpolizei zu übergeben".




Ihre Mission begründet die ehemalige Pegida-Frontfrau mit der Befürchtung, dass sich unter die Migranten zunehmend "eiskalt berechnende Krieger des Islam" mischten, "die aus verrohten Kulturen kommen und die mit unserer freien, dekadenten Lebensweise nicht das Geringste zu tun haben wollen".

Sie wolle zusammen mit den Männern der Bürgerwehr die Routen für die Flüchtlinge ändern und so den Schleppern das Handwerk legen, schreibt Festerling auf Facebook.

Eine Art Heimatarmee pro-russischer Bulgaren

Sie appelliert an die "Männer Europas, möglichst Veteranen aus Militär und Polizei“, nach Bulgarien zu reisen, um die angeblichen Grenzhelfer zu unterstützen und die "Invasoren auf ihrem Raub- und Rape-Feldzug im Namen des Islam“ aufzuhalten.

Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" weisen die Wappen an den Uniformen der Männer die Truppe als eine Art private Heimatsarmee pro-russischer Nationalisten aus. Die Bulgaren bezeichnen sich demnach selbst als patriotisch, bekämpfen aber das demokratische politische System des Landes.

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

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Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

(ca)