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Nächste Klage: Erdogan will Böhmermann-Gedicht komplett verbieten lassen

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ERDOGAN
Neue Klage: Erdogan will Böhmermann-Gedicht komplett verbieten lassen | dpa
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  • Türkeis Präsident Erdogan will das komplette Schmähgedicht von Satiriker Böhmermann verbieten lassen
  • Erdogans Anwalt hat einem Medienbericht zufolge Klage beim Landgericht Hamburg eingereicht

Der Rechts­streit um das Schmäh­ge­dicht des Sa­ti­ri­kers Jan Böh­mer­mann über den tür­ki­schen Prä­si­den­ten Re­cep Tay­yip Er­dogan geht in die nächs­te Run­de.

Nach Informationen des "Spiegel" hat Erdogans Anwalt Mi­cha­el-Hu­ber­tus von Spren­ger am Mitt­woch Kla­ge beim Land­ge­richt Ham­burg eingereicht.

Zuvor hatte das Gericht eine einstweilige Verfügung erlassen

Spren­ger will jetzt im Haupt­sa­che­ver­fah­ren ein Kom­plett­ver­bot des Ge­dichts er­wir­ken. Zu­vor hat­te das Ge­richt eine einst­wei­li­gen Ver­fü­gung er­las­sen, nach der ein Groß­teil des Wer­kes nicht wei­ter­ver­brei­tet wer­den darf

Von Sprenger berufe sich dabei auf die Ar­gu­men­te, die er auch schon im Ver­fü­gungs­ver­fah­ren vor­ge­bracht habe, berichtet das Blatt - al­ler­dings mit ei­ner Er­gän­zung: "Böh­mer­mann kann sich nicht auf Kunst be­ru­fen, wenn er selbst be­haup­tet, das Kunst­werk stam­me gar nicht von ihm“, zitiert der "Spiegel" Spren­ger.

Erdogan war zuletzt mit einer Klage gegen Springer-Chef Döpfner gescheitert

Böh­mer­mann hat­te in ei­nem mit der "Zeit“ schrift­lich ge­führ­ten In­ter­view auf die Fra­ge ge­ant­wor­tet, ob er das Ge­dicht selbst ge­schrie­ben habe: "Nein. Quel­le: In­ter­net.“

Au­ßer dem Pres­se­ver­fah­ren in Ham­burg ist in Mainz noch ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen Böh­mer­mann we­gen des Ver­dachts auf Be­lei­di­gung ei­nes aus­län­di­schen Staats­ober­haupts an­hän­gig. Dies wur­de mög­lich, nach­dem die Bun­des­re­gie­rung eine Er­mäch­ti­gung we­gen des Straf­ver­lan­gens der tür­ki­schen Re­gie­rung er­teilt hat­te.

Zuletzt war Erdogan mit einer Klage gegen Springer-Chef Mathias Döpfner gescheitert. Döpfner hatte Böhmermann öffentlich unterstützt. Erdogan beantragte daraufhin eine einstweilige Verfügung gegen den Vorstandsvorsitzenden des Medienhauses Axel Springer - allerdings ohne Erfolg.

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