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Eklat um AfD-Mann Gedeon: Holocaust-Leugner sollte offenbar Gutachten schreiben

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GEDEON
AfD-Mann Wolfgang Gedeon sieht sich Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt. | dpa
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  • AfD-Mann Gedeon steht parteiintern wegen antisemitischer Schriften in der Kritik
  • Nun hat die AfD offenbar ausgerechnet einen Holocaust-Leugner damit beauftragt, das Gutachten zu Gedeon zu schreiben
  • Gerard Meduhin bezeichnet den Holocaust in einem Buch als "die größte Lüge der Geschichte"

Die AfD hat offenbar den Holocaust-Leugner Gerard Menuhin gebeten, ein Gutachten über die Bücher des baden-württembergischen AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon zu erstellen.

Das berichtet die "Bild" unter Berufung auf parteiinterne Emails. Gedeon steht wegen antisemitischer Schriften in der Kritik. Er soll auf Drängen der Parteispitze aus der Fraktion ausgeschlossen werden.

Wahl von Meduhin stößt in der Parteispitze auf Kritik

Vor zwei Wochen aber hatte die AfD-Fraktion Baden-Württemberg beschlossen, zunächst ein wissenschaftliches Gutachten zu den Antisemitismus-Vorwürfen einzuholen.

Dazu passend: "Kein einziger Jude ist in der Gaskammer umgebracht worden": Wie antisemitisch ist die AfD wirklich?

Dass ausgerechnet Holocaust-Leugner Menuhin dieses Gutachten erstellen sollte, stieß laut "Bild" in der Parteiführung auf Kritik. Er vertritt die These, der Holocaust sei "die größte Lüge der Geschichte. Das schreibt er in seinem Buch "Tell the Truth & Shame the Devil".

Laut der Zeitung lehnte Meduhin allerdings ab, das Gutachten zu schreiben. Die AfD habe deshalb Anfragen an den Publizisten Henryk M. Broder und den Historiker Michael Wolffsohn geschickt.

Gedeon verglich Holocaust-Leugner mit "Dissidenten"

Gedeon lässt seine Mitgliedschaft in der baden-württembergischen Landtagsfraktion derzeit ruhen.

Er hatte den Holocaust in seinen Schriften als "gewisse Schandtaten" verharmlost und damit Kritik von vielen Seiten auf sich gezogen. Außerdem hatte er Holocaust-Leugner als "Dissidenten" bezeichnet und so mit Menschen verglichen, die für ihr politisches Engagement in autoritären Regimes verfolgt werden.

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