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EM-Wahnsinn für Löws Namensvetter: "Sie putzen das ganze Hotel für mich"

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JOGI LOEW
EM-Wahnsinn für Löws Namensvetter: "Sie putzen das ganze Hotel für mich" | loew medien / Getty
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Wow. Das sind klare Worte. Als wir Joachim Löw anrufen, sagt er: "Alexander Gauland ist ein Arschloch."So drastisch hat wohl noch kaum einer mit dem AfD-Vize abgerechnet, der mit seinem Boateng-Affront vor wenigen Wochen für Empörung sorgte.

Keine Sorge, dem Nationaltrainer brennen hier nicht bereits einen Tag vor dem entscheidenden Spiel gegen Goliath-Gegner Italien die Nerven durch, die Rede ist hier nämlich von Medienunternehmer Joachim Löw (46), der einfach zufällig den gleichen Namen trägt wie unser Bundes-Jogi.

Löw: "Sie haben mich entsetzt angeschaut"

Kostenloses Upgrade im Luxushotel, den besten Tisch im Restaurant: Der "andere" Löw aus Frankfurt genießt die Vorteile, die ihm sein Name verleiht. Dass er heißt wie der Bundestrainer, bringt den Medienunternehmer immer wieder in skurrile Situationen, wie er der Deutschen Presse-Agentur berichtet.

"In Nürnberg stand einmal eine gesamte Hotelmannschaft im Spalier, alle herausgeputzt, und als ich mich am Empfang als Joachim Löw angemeldet habe, haben mich alle vollkommen entsetzt angeschaut."

"Jogi, bist du eigentlich schwul?"

Bis dato hat der Frankfurter noch keinen negativen Nachteil aus seinem Namen gezogen, auch wenn er unglaublich oft nach privaten Informationen seines Namensvetters gefragt werde, erzählt er der Huffington Post.

“Da heißt es dann: Jogi, bist du eigentlich schwul? Wie läuft eigentlich deine Ehe?“ Oder auch: “Joachim, wieso hast du eigentlich Reus nicht mit in den Kader genommen?“

Da könne er dann leider nur entschuldigend mit der Schulter zucken. Die Europameisterschaft verfolgt Joachim natürlich trotzdem absolut aktiv seit dem ersten Spiel: “weil eine Niederlage ja auch ein Stück weit für mich schlecht wäre“.

Löw drückt einem anderen Team die Daumen

Der Partie Deutschland-Italien am morgigen Samstag sieht der Medienunternehmer deswegen ziemlich tiefenentspannt entgegen. Die Mannschaft wäre seiner Meinung nach extrem souverän, kompakt spielend und hätte sich auch während der Spiele noch weiterentwickelt.

“Gerade wenn ich mir Joachim Löw anschaue, für ihn war die letzte Niederlage gegen Italien seine wohl bisher bitterste Erfahrung. Da ist also noch eine Rechnung offen. Die Chance alles zu tun, um gegen Italien zu gewinnen, wird gerade er sich nicht entgehen lassen“.

Nichtsdestotrotz hat Löw neben der deutschen Mannschaft noch einen anderen Favoriten: Island.

“Die Isländer haben während der Europameisterschaft ein unglaubliches Maß an Motivation gezeigt. Sicher, ihre Technik ist nicht gerade ausgereift, aber sie haben noch echte Leidenschaft. Sie sind nicht wie Portugal einfach so durchgerutscht, sondern haben von ihrer Underdog-Position aus eine irre Vorstellung abgeliefert.“

Der Druck auf Löw ist groß

Ganz wie ein normaler Fan genießt Joachim Löw die momentane Stimmung in Deutschland, auch wenn er gerade nach der "Fingeraffäre“ erstmalig so richtig gespürt hat, wie schwer der Druck auf jemandem lastet, der so einen berühmten Nachnamen trägt.

Dennoch sagt er: "Seitdem er den vierten Stern für Deutschland geholt hat, ist es ein besonderes Vergnügen, Joachim Löw zu sein. Ich glaube, höher kann man in der Gunst der Deutschen nicht kommen."

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(lp)