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Neue Pässe, freier Handel: So will Afrika bis 2018 zu einer "EU-light" werden

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AFRIKA MAP
Die Afrikanische Union plant einen bedeutenden Schritt | SEYLLOU via Getty Images
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  • Die Afrikanische Union (AU) plant die Einführung eines neuen Passes
  • Bis 2018 soll auf dem Kontinent die Visafreiheit gelten
  • Bereits 2017 soll außerdem eine Freihandelszone geschaffen werden

Während der Brexit Europa zu spalten droht, arbeitet die Afrikanische Union daran, die Länder ihres Kontinents enger zusammenzuführen.

Am 13. Juni verkündete die AU die Einführung des neuen elektronischen Afrikanischen Passes. Wie die "Washington Post" berichtet, soll jeder Afrikaner bis zum Jahr 2018 auf dem ganzen Kontinent Visafreiheit genießen.

Noch im Juli wollen die Mitgliedsstaaten ihr Vorhaben auf dem AU-Gipfel in Kigali, der Hauptstadt von Ruanda, beschließen.

Bereits im kommenden Jahr will die AU auf dem Kontinent eine Freihandelszone schaffen: Diese soll den afrikanischen Binnenhandel fördern und die wirtschaftliche Entwicklung ankurbeln.

Um ein Visum zu bekommen, braucht es viel Geduld

Um als Afrikaner in Afrika ein Visum zu bekommen, bedarf es bisher viel Geduld: Geschäftsleute beklagen schon länger den immensen bürokratischen Aufwand und die Schreibarbeit, die es für eine Einreiseerlaubnis zu bewerkstelligen gilt.

Und auch wenn der Berg an Bürokratie erst einmal beseitigt ist, dauert es gut und gerne einen Monat, bis die Einreise wirklich bewilligt wird. Das, so der allgemeine Tenor, schade nicht nur den einzelnen Geschäften sondern am Ende auch dem Wirtschaftsstandort Afrika.

Über die Hälfte aller afrikanischer Staaten verlangen von Bürgern anderer afrikanischer Staaten Visa, nur 13 Länder verzichten auf Einreisebestimmungen. Zum Vergleich: US-Amerikaner können ohne Visum in 20 Staaten einreisen oder problemlos dort ein solches beantragen.

Der afrikanische Binnenhandel ist teuer

Einem Bericht der Weltbank zufolge müssen Händler, die ihre Waren auf afrikanischen Straßen transportieren, nicht selten weit mehr als 1.000 verschiedene Lizenzen und Genehmigungen bei sich tragen.

Der afrikanische Binnenhandel ist fast 50 Prozent teurer als der Handel in Ostasien. Auch innerkontinentale Flüge kosten oftmals um ein vielfaches mehr als Flüge zu anderen Kontinenten.

Teil der "Agenda 2063"

Die Einführung des E-Passes ist Teil der "Agenda 2063". Mit diesem Plan will die AU die gewaltigen Ressourcen des Kontinents ausschöpfen, um so die kontinentale Eigenständigkeit, Wirtschaftskraft und Integration zu stärken.

Kritiker mahnen jedoch zur Vorsicht, Afrika ließe sich nicht mit Europa vergleichen: "Wir haben bisher weder die Grenz- noch die Militärkapazitäten, um Terrorgruppen wie die Al-Shabaab zu bekämpfen”, kritisiert Victoria Lukoye, eine Dozentin am Institut für Diplomatie und internationale Studien der Universität Nairobi.

Organisationen wie Al-Shabab oder Boko Haram würden die offenen Grenzen für ihre terroristischen Aktivitäten nutzen. Auch Krankheiten wie Ebola ließen sich mit offenen Grenzen weitaus weniger leicht eindämmen.

Dennoch ist der Beschluss ein Meilenstein für ein vereintes Afrika. Ein bedeutender Schritt, die einzelnen Staaten wirtschaftlich und politisch miteinander zu verbinden.

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Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

(lp)